28
Dezember

Testbericht HP Pavilion DV7-6B70EZ

Auf Weihnachten habe ich mir ein neues Notebook ‘geschenkt’.
Da ich im Internet keine praxisnahen Testberichte zu diesem Gerät fand möchte ich hier ein wenig darüber berichten.

Seit zwei Jahren überlegte ich mir, ob ich wie bei den meisten Fotografen üblich, ein MacBook beschaffen möchte oder ob ich weiterhin mit “Windows” basierender Hardware arbeite.

Die hohen Kosten für ein hochwertiges MacBook (17″) und der umtriebige Lizenzwechsel von Windows auf das MAC OS liessen mich schlussendlich für eine Windows Lösung entschieden.

Folgende Kriterien bestimmten die Suche nach einem geeigneten Notebook:
Mindestens 17″ matter Bildschirm mit sehr gutem Bild, schneller Intel i7 Prozessor, SSD Disk, viel Memory, geeignet für Fotobearbeitung (=ähnliche Anforderungen wie ein Gamer Notebook), Preis unter 2000 Franken

Mit diesen Anforderungen stiess ich bald auf das HP Notebook Pavilion DV7 6B70EZ. Das Gerät erfüllte als eines der wenigen Geräte alle Anforderungen. Insbesondere der Mattbildschirm zeigte sich als schwieriges Kriterium. Also schaute ich mir das Gerät in einem Markt (die mit den roten Inseraten) an. Zufällig war ein HP Promoter vor Ort und so genoss ich eine ausführliche Präsentation. Ich durfte ein wenig im Internet surfen und so ein paar Fotografien anschauen die ich von meinem kalibrierten Monitor her kannte. Bis auf die Lüfterlautstärke konnte ich alles anschauen und testen. Und so habe ich mich rasch für das Gerät entschieden.

Natürlich habe ich das Gerät nicht in dem Mark mit den roten Inseraten gekauft. “Ich bin ja nicht blöd” und kaufe das Gerät dort wo es viel teurer ist als bei anderen Anbietern.
Jedoch möchte ich noch anmerken, dass ich Geräte wo ich nachträglichen Service und Support benötige, lieber etwas teurer in einem Fachgeschäft kaufe als in einem Discounter. Doch hier kann ich mir selbst helfen. IT ist ja schliesslich mein Hauptberuf.

So, nun aber zum versprochenen Praxisbericht.

Als erstes formatiere ich das neue Gerät und installiere es von Grund auf neu. Damit fliegen alle unnötigen Tools, Games und Gadgets von der Festplatte. Dieses Vorgehen empfehle ich aber nur erfahrenen PC Usern. Zudem ist eine Windowsinstalltion ein sehr guter Hardwaretest. Bei der Neuinstallation fallen Hardwareprobelem sehr schnell auf.
So schnell hatte ich noch nie ein Windows installiert. Ist klar, das liegt an der eingebauten 160 GB SSD Harddisk. Mein Speicherkonzept ist einfach, alles was Speed benötigt kommt auf die SSD, die normalen Daten und Programme die ich nicht so oft benötige kommen auf die Festplatte. Die 500 GB Festplatte ist mit den 7200 U/min. aber auch anständig schnell.

Die Verarbeitung des Gerätes macht einen sehr guten Eindruck. Die abgerundeten Kanten sind angenehm, wenn man die Hand auf das Gehäuse legt. Bei den Business Geräten werden, vermutlich aus statischen Gründen, meistens kantige Gehäuse gebaut. Wenn ich ein Notebook in den Händen habe verbiege ich zuerst immer das LCD resp. LED Panel durch einen leichten Druck auf den Gehäuserand. So merke ich schnell ob die Verarbeitung gut ist. Da ich schon viele Geräte reparierte habe ich ein Gefühl für gute Verarbeitung entwickelt. Der Test viel positiv aus.

Die Mobilität und Akkulaufzeit sind bei 17″ Geräten eigentlich keine wichtigen Kriterien. Keine Ahnung wie lange der Akku hält, denn aus Performance Gründen läuft das Gerät meistens an der Steckdose. Die 3,4 kg Gewicht entsprechen dem Durchschnitt bei solchen “Maschinen”.

Das LED Panel überzeugt mit einer sehr gleichmässigen Ausleuchtung, sehr viel Kontrstreserve und perfekter Schärfe. Der Weissabgleich überzeugte mich hingegen nicht ganz. Nach der Kalibrierung mit dem Datacolor Spyder 3 ist aber dieses Manko auch behoben. Die Helligkeit sollte nicht auf 100% eingestellt werden. Das Bild wird sonst ausgefressen und das Panel wird unnötig ‘ausgebrannt’.

Das von HP versprochene Kühlkonzept scheint zu funktioneren. Das Gerät ist relativ leise, die Lüfter starten erst bei längerem Leistungsbetrieb durch.

Die Tastatur ist angenehm zu bedienen. Das Touchpad gibt keinen Anlass zur Beanstandung. Einzig zwischendurch drücke ich beim Schreiben auf die linke Touchpadtaste, aber ganz selten. Das Touchpanel könnte man bei Bedarf sogar ausschalten. Dass die Funktionstasten nur via der “fn” Taste erreicht werden ist sehr schlecht. Denn um Photoshop schnell bedienen zu können muss man die F-Tasten oft einsetzen. Mal schauen ob ich das noch umstellen kann.

Das spezielle Beats Soundsystem produziert eine von mir noch nie gehörte Wiedergabequalität bei Notebooks. Das Gerät hat einen richtig guten Bass. Auch sonst ist die Tonqualität jenseits des gewohnten Notebook ‘getröte’. Das Gerät eignet sich daher mit dem eingebauten Bluray Player auch für einen Kinoabend, wenn gerade kein TV Gerät zur Verfügung steht. Sogar für Musiker könnte das Gerät dadurch interessant sein.

HDMI, VGA, USB 3.0, SD Card Reader und Gigabit Lan decken fast alle Anschlüsse ab die mein Herz begehrt. Als Nikon Fotograf würde ich einzig noch einen CF Kartensslot begrüssen.

Alles in allem bewerte ich das neue HP Pavilion dv7 Gerät als absolute MacBook – Alternative zu einen fairen Preis. Ich bezahlte übrigens 1438.- inkl. MWST und Gratis Versand.

Wichtig ist vielleicht noch zu erwähnen, dass die Pavilion Geräte keine Business Geräte sind. So fehlt z.B. der Anschluss für eine richtige Docking Station. Die Geräte sind nicht Sturzgesichert (nur die Festplatte) und das Gerät ist nicht Flüssigkeitsbeständig. Also keinen Kaffee über das Gerrät schütten.

Aber eine Kritik habe ich doch noch an HP. Bitte überdenkt nochmals diese unmerkbaren Modellbezeichnungen! Das kann sich kein Normalsterblicher merken.
Wenn ich also einem Kollege erzählen möchte was für ein Gerät ich habe, dann scheitert das spätestens nach dem Pavilion DV7. Wer hats erfunden? dv7-6b70ez ???

Hier findet Ihr das Gerät auf der HP Homepage – HP Pavilion dv7-6b70ez

Und hier für die technisch interessierten noch ein paar Originaldaten von der HP Homepage:

Betriebssystem
Original Windows® 7 Home Premium 64
Prozessoren
Intel® Core™ i7-2670QM
• 2,2 GHz, 6 MB L3-Cache
Chipsatz
Intel HM65 Express
Speicher
Speichertyp
8 GB DDR3
Speicherlayout
(2 x 4 GB)
Speicherkapazität, maximal
Erweiterbar auf 8 GB DDR3
Speichersteckplätze
2 Speichersteckplätze
Datenspeicher
Festplatte – Beschreibung
160 GB Solid State-Laufwerk; 500 GB SATA (7200 U/min)
Optisches Laufwerk
Blu-ray ±R/RWmit SuperMulti DVD±R/RW Double-Layer
Grafik
Anzeigegerät
Full High-Definition LED-Display mit einer Diagonalen von 43,9 cm (17,3″), blendfrei
1920 x 1080
Grafik
AMD Radeon HD 6770M (2 GB DDR5 dediziert, bis zu 6,22 GB insgesamt)
Erweiterungsfunktionen
Steckplätze
Multi-Format-Lesegerät für digitale Speichermedien für Secure Digital-Karten, MultiMedia-Karten
Anschlüsse
1 VGA; 1 HDMI; 2 Kopfhörerausgang; 1 Mikrofoneingang; 2 USB 2.0; 2 USB 3.0; 1 RJ45
Mediengeräte
Webcam
HP TrueVision HD-Webcam mit integriertem Digitalmikrofon (Low-Light)
Eingabegeräte
Zeigereinheit
TouchPad mit Unterstützung für Multi-Touch-Bewegungen und Ein/Aus-Taste
Tastatur
Tastatur voller Größe mit integriertem Ziffernblock
Kommunikation
Netzwerkschnittstelle
Integriertes 10/100/1000 Gigabit Ethernet LAN
Wireless
802.11 b/g/n
Bluetooth
Abmessungen und Gewicht
Gewicht
Ab 3,43 kg
Das Gewicht variiert je nach Konfiguration
Abmessungen (B x T x H)
41,6 x 27,5 x 3,6 cm
Abmessungen variieren je nach Konfiguration
Stromversorgung
Netzteiltyp
120 W Netzteil
Akku-/Batterietyp
Lithium-Ionen-Akku mit 6 Zellen
Energieeffizienz
ENERGY STAR®-zertifiziert; EPEAT Silver®
Sicherheitsmanagement
Sicherheitsmanagement
Integrierter Fingerabdruckleser
Lieferumfang
Garantie
1 Jahr Abhol- und Bringservice, Teile und Arbeitsleistung
Lieferumfang
USB TV-Tuner
Mitgelieferte Software
Symantec Norton Internet Security (60 Tage Live-Update)
Wiederherstellungspartition (einschließlich mögliche Systemwiederherstellung
Anwendungen und Treiber separat)
Optionale erneute Zuordnung der Wiederherstellungspartition
Tool zur Erstellung einer Wiederherstellungs-CD/DVD
Hilfe und Support für Notebook
HP Setup Manager
HP Support Assistant
HP Recovery Manager
Cyberlink YouCam
Windows Live Essentials
HP Games powered by WildTangent
Adobe Reader
Adobe Flash Player
EasyBits Magic Desktop
HP CoolSense, HP ProtectSmart
Omnifone MusicStation
HP SimplePassMicrosoft® Office Starter: Nur Word und Excel® mit eingeschränktem Funktionsumfang und mit Werbeeinblendungen. Ohne PowerPoint® oder Outlook®. Kaufen Sie Office 2010, um den vollständigen Funktionsumfang der Software nutzen zu können.
Produktfarbe
Dunkelbraun, Metall-Optik

Hier noch ein Screenshot vom aktuell gemessenen Windows 7 Leistungsindex

 

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13
Dezember

Warnung vor Spammails und Pishing-Mails

Im November berichtete ich über betrügerische E-Mails betreffend “Türkei Reise Gewinnversprechen”
Darauf gab es sehr viele Reaktionen und persönliche Mails von Leuten, die sich Sorgen machten weil sie zum Teil auf solch betrügerische Mails antworteten.

Da ich viele verschiedene E-Mail Adressen habe, erhalte ich praktisch täglich solche E-Mails. Darum habe ich mich entschieden ab und zu über solche Mails zu berichten und vor allem davor zu warnen.

Das heutige Pishingmail ist zwar ziemlich plumt gemacht aber desswegen nicht weniger gefährlich.
Pishing Mails gehören in die Kategorie der Mails wo Betrüger ihre Anmeldedaten klauen wollen.

In diesem Fall von dem Bezahlanbieter PayPal:
————————————————————————————————————————————–
Von:  PayPal
Datum:  13/12/2011

Wir möchten Sie darüber informieren, dass Ihr Konto von einem nicht autorisierten Computer zugegriffen wurde.

Bitte besuchen Sie www.paypal.com.ch und bestätigen, dass Sie der Inhaber des Kontos sind.

Login :

https://www.paypal.ch

————————————————————————————————————————————–

Wer auf die angezeigten Links klickt, gelangt jedoch nicht auf die erwartete Webseite sondern auf diese Seite: http://geändert.static.telenet.be/ch/webscr.htm. Ein einfacher Trick ist, dass die angezeigte Internet Adresse (hier www.paypal.ch) nicht überein stimmt mit der Adresse die tatsächlich aufgerufen wird. Wenn man mit der Maus über die vermeintliche Adresse fährt, sieht man je nach Mailprogramm die Adresse, die wirklich aufgerufen wird.

Die Seite scheint in der Zwischenzeit gesperrt worden zu sein. Zum Glück.

Hier zusammengefasst die Erkennungsmerkmale, dass dieses Mail nicht echt ist:

Plumpe Schreibweise ohne jegliche Formalitäten
Zwei verschiedene Internet Adressen für die selbe Funktion: paypal.com.ch und paypal.ch
Anderer Link hinter der angezeigten Internet Adresse
Finanzinstitute senden solche Aufforderungen NIE per E-Mail an

Ich wünsche allen eine Spam- und Pishingfreie Zeit.

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4
Dezember

Samsung NX200 – Kameratest Teil 4 Detailaufnahmen

Die Testzeit mit der Samsung NX200 neigt sich dem Ende zu. Morgen geht die Systemkamera zurück an Samsung Schweiz.

Da ich das ganze Wochenende ziemlich ausgebucht war konnte ich nicht mehr so ausgiebig fotografieren wie es geplant hatte. Aber vor Weihnachten gibt es immer ein gedrängtes Programm mit Fotoshootings.

Trotzdem reichte es noch für ein paar Testaufnahmen im Wohnzimmer. Detailaufnahmen von Gegenständen die einfach so rumstehen haben ja durchaus auch ihren Reiz.

Die meisten Testberichte entstehen eher im Labor. Die Messergebnisse werden dann auf Skalen in Punkte umgerechnet. So bekommt z.B. die Kamera auf dem Platz Eins 87 Punkte. Die zweitplatzierte Kamera hat ‘nur’ noch 84 Punkte. In den Bewertungspunkten sind jedoch z.B. auch das Handbuch oder der Preis enthalten. Vielleicht rutscht dabei eine Kamera mit drei Mehrpunkten auf Platz Eins, nur weil das Handbuch besser ist als bei der Zweitplatzierten oder weil die Kamera ein paar Franken weniger kostet. Die Testberichte geben bestimmt eine gute Grundlage ob es sich lohnt eine Kamera mehr unter die Lupe zu nehmen oder nicht. Aber ich würde eine Kamera nicht alleine auf Grund von Testberichten kaufen.

Auch Feedbacks in Fotografieforen nehme ich eher mit Vorsicht zur Kenntnis. Insbesondere in Deutschland wird der Kamerapreis z.T. unbewusst zum Hauptargument, ob eine Kamera gut oder schlecht ist. Begründet wird die Entscheidung zwar mit vielfältigen Argumenten, zwischen den zeilen ist jedoch oft zu lesen, dass es nur um den Preis geht.

Darum beurteile ich die von mir getestete Samsung NX200 einerseits auf Grund der damit produzierten Bilder und andererseits ob sie die Funktionalitäten erfüllt die ich benötige. Ob die Kamera schlussendlich unter meinem Weihnachtsbaum liegt verrate ich an dieser Stelle jedoch noch nicht. Nur soviel kann ich schon verraten. Die Bildqualität hat mich sehr beeindruckt obwohl ich nach wie vor keine RAW Bilder, sondern nur JPG Bilder anschauen konnte.

Heute zeige ich ein grafisch gestaltete Bilder von ein paar herumstehenden Gegenständen in unserem Wohnzimmer.

 

Klassisches Motiv – die Kerze.
Mit drei Blenden unterbelichtet aufgenommen und danach wieder etwas aufgehellt. Durch diese Einstellung konnte ich die Aufnahme ohne Stativ machen.

 

Durch die geöffnete Blende ist die Kerze nicht durchgehend scharf. Das gibt dem Bild noch mehr Tiefe.

 

Mit einem iPhone oder eine Kompaktkamera wäre ein so dunkles Motiv nicht scharf abbildbar. Mit Blitz arbeiten wäre unmöglich gewesen. Das hätte extreme Reflexionen im Glas produziert.
Im Hintergrund schimmert einzig die LED Wohnwandbeleuchtung.

 

Die selbe Situation bei dem Glasentchen.
Trotz minimalem Licht ein passendes Motiv für die Samsung NX200.

 

Warum nicht in die Stubenlampe hineinfotografieren? Der Weissabgleich wurde bewusst nicht korrigiert um die warmen Gelbtöne zu erhalten. Für einen korrekten Weissabgleich hätte man hier eine FL Lichtquelle wählen müssen. Aber die Farben müssen ja nicht immer korrekt wieder gegeben werden.

 

Blindaufnahme, von der Decke nach unten fotografiert. Weil der Monitor an der Samsung NX200 nicht verstellbar ist, war es unmöglich das Bild zu kontrollieren um die Lampe symetrisch auszurichten. Ich mache gerne sehr grafisch gestaltete Bilder, doch manchmal schadet es gar nicht, von dieser 100 Prozentigkeit abzuweichen.

 

Solche Motive geben fast unendlich viel Gestaltungsmöglichkeiten. So kann es sich durchaus lohnen mal eine ganze Stunde nur ein einziges Objekt zu betrachten und es von den verschiedensten Seiten zu fotografieren. Ich bin sowieso der Meinung, dass die Zeit eines der wichtigsten Gestaltungsmittel ist. Um so mehr man sich mit einem Objekt (oder auch Menschen) befasst, um so einmaligere Perspektiven entdeckt man.

Durch mein Engagement in der Studiofotografie komme ich leider nur noch ganz selten dazu Bilder ausserhalb des Studios zu machen. Um so mehr Spass machte es mir, mit der Testkamera von Samsung mal wieder andere Motive vor die Linse zu nehmen.

Alle obigen Bilder sind im Lightroom leicht bearbeitet, verkleinert und nachgeschärft worden.

Der nächste und vermutlich letzte Bericht über die Samsung NX200 Systemkamera wird bald folgen …

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3
Dezember

Samsung NX200 – Kameratest Teil 3 – Weihnachtsbeleuchtung

Dieses Mal zeige ich ein paar Test Aufnahmen mit unserer privaten Weihnachtsbeleuchtung.

In einem vorgängigen Blog habe ich ein paar Tricks verraten, wie man Weihnachtsbeleuchtungen einfach fotografieren kann.

Vor der Gemeindeversammlung hatte ich noch etwas Zeit um nachfolgende Testaufnahmen zu schiessen. Aus Bequemlichkeit und Zeitgründen habe ich auf ein Stativ verzichtet. Eigentlich ein Muss für Weihnachtsbeleuchtungs-Fotos. Oder anders ausgedrückt, ich wollte eigentlich die hochgelobten, hohen ISO Werte testen, welche bei vielen Leuten ein extrem wichtiges Kaufargument zu sein scheint. Also stellte ich die Kamera fix auf ISO 800 ein und fotografierte Freihändig ohne Stützhilfen.

Die Aufnahmen machte ich kurz vor 17 Uhr. Also zu einer Zeit wo es erst am eindunkeln war. Dafür stellte ich die Kamera auf eine leichte Unterbelichtung um die Bilder etwas dunkler wirken zu lassen. Dadurch sieht man auch noch etwas von der Umgebung und nicht einfach nur gelbe Punkte auf schwarzem Hintergrund. Das Problem dabei ist, dass die Zeit der Eindunkelung nur sehr kurz ist.
Es gibt aber auch Weihnachtsmotive die man sehr gut bei völliger Dunkelheit machen kann. So z.B. Weihnachtsbeleuchtungen in der Stadt wo es so viel Umgebungslicht hat. So sieht man nebst der Weihnachtsbeleuchtung trotzdem noch was von der Umgebung. Das künstliche Umgebungslicht ist meistens gelblich und lässt die Motive dadurch sehr warm erscheinen und das passt ja zur Weihnachtsstimmung. Evt. lohnt es sich den Weissabgleich manuell auf Kunstlicht (Glühbirne) zu stellen.
Wer viel Zeit hat und gerne am Computer Bilder nachbearbeitet, der kann natürlich auch HDR Aufnahmen machen. Damit kann man das Problem der extremen Lichtunterschiede genial umgehen.

Nun aber zu den Testbildern. Auch hier muss man nicht über die Schärfe diskutieren. Die JPG Bilder sind knacke scharf. Die Belichtung ist sehr gut. Ich habe die Bilder absichtlich etwas abgedunkelt. Die automatische Belichtungsmessung der Samsung NX200 ist jedoch sehr gut.

Unsere drei Hirsche (Hugo, Ferdel und Fauli)
Bei dieser Aufnahmetechnik fressen die Lichter natürlich aus. Dies schadet der Gesamtstimmung jedoch nicht.
Für eine perfekte Belichtung müsste man mit Stativ zur erwähnten HDR Technik greifen.

Die Tiefenschärfe wird der Blende entsprechend gering. Dadurch ergibt sich aber ein klar getrennter Vorder- und Hintergrund.

Der Unterschied zur modernen LED Beleuchtung wird hier klar. Viele LED Lichter sind noch in kaltem Weiss oder Blau.
Die komplette Beleuchtung mit solch ‘kaltem’ Licht verliert an Stimmung. An der Bahnhofstrasse in Zürich brauchten sie ein paar Jahre um das rauszufinden. Aber sie haben es irgendwann auch gemerkt.

Detailaufnahmen von Weihnachtsbeleuchtungen haben auch ihren Reiz. Es muss nicht immer die ganze Beleuchtung auf ein Bild passen.

Da ich blaues Licht liebe (obwohl es ein kaltes Licht ist) dürfen blaue Lichteffekte nicht fehlen.
Hier wollte die NX200 die Fokussierung verweigern. Es brauchte etwas Geduld und mehrere Anläufe bis es klappte.

Fast alle Beleuchtungselemente stammen aus einer Systembeleuchtung. Der Vorteil dabei ist, dass man nur wenige Schaltuhren benötigt und keine Doppelstecker und Verlängerungskabel.
Gegenüber der LED Beleuchtung brauchen die klassischen Glühlämpchen jedoch viel mehr Strom was sich im Dezember – Stromverbrauch abzeichnet. Anscheinend machen die Weihnachtsbeleuchtungen jedoch knapp 2% des gesamten Dezember Stromverbrauches aus. Von daher ist das ja noch verkraftbar.

Schlussendlich ergeben LED und Glühlämpchen miteinander gemischt ein tolles Gesamtbild.

Bei solchen Motiven kommt die Samsung NX200 mit dem Standard Objektiv (18 – 55mm) an seine Grenzen.
Fokussierung praktisch unmöglich, eine präzise Bestimmung des Schärfepunktes fast unmöglich. Hier hätte ich es mit einer Spiegelreflex Kamera bestimmt einfacher gehabt.

Und nochmals eine Detailaufnahme einer Lichterkette mit den klassischen Glühlämpchen.

Zusammengefasst konnte ich mit der Samsung NX200 problemlos gute Aufnahmen unserer Weihnachtsbeleuchtung machen. Und das sogar ohne Stativ.
Die Auflösung von 20 Megapixeln ist natürlich beeindruckend. Obwohl sich die Frage stellt ob man überhaupt so hohe Auflösungen für durchschnittliche Erinnerungsfotos benötigt? Für die Präsentation im Internet auf der eigenen Homepage, im Facebook,  bei Twitter, in Fotocommunity’s und anderen Fotoplattformen braucht es das bestimmt nicht. Auch für ein Fotobuch sind 20 Megapixel ein absoluter Luxus.
Wenn es um grossformatige Drucke geht sieht es evt. etwas anders aus. Wobei man auch bei 12 Megapixel Poster in der Grösse bis A1 problemlos drucken kann.

Die anfänglich bemängelte Unhandlichkeit wegen der scharfen Kanten hat sich etwas relativiert. Man gewöhnt sich schnell an das Gehäuse und bis jetzt spüre ich keine bleibenden Schäden an meinen Händen durch das etwas kantige Gehäuse :-) Es ist für mich daher kein Argument mehr das gegen einen Kauf der Samsung sprechen würde.

Die Akkuleistung kann ich nicht so genau beurteilen. Bis jetzt reichte die erste Ladung und die Anzeige steht immer noch auf 2/3. Ich empfehle dennoch einen Zweit Akku generell als Zubehör Nr. 1 zu jeder digitalen Fotokamera. Wenn der Akku während einer Hochzeit schlapp macht oder in den Ferien gerade keine Steckdose zur Verfügung steht dann ist das sehr ärgerlich.

Das mal wieder ein Zwischenbericht zu meinem Praxistest mit der Samsung NX200.

In den nächsten Tagen folgt noch ein abschliessender Bericht mit dem Fazit ob ich mir die Samsung NX200 als Weihnachtsgeschenk anschaffen werde oder nicht.

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1
Dezember

Samsung NX200 – Kameratest Teil 2

Heute nochmals ein paar Testaufnahmen mit der Systemkamera Samsung NX200.
Am Montag geht die Kamera zurück an Samsung Schweiz.

Zuerst ein Bild mit vielen Ästen und blauem Himmel. Der Kleine Ausschnitt ist ein 1:1 Ausschnitt. Also 100% vom 20 Megapixel Bild.
Die Kamera zeichnet sehr scharf. Die Belichtungsautomatik funktioniert einwandfrei. Die Farben werden natürlich wiedergegeben.

 

Nun eine Nahaufnahme von einem Baumstamm. Bei diesem Bild habe ich die Blende 14 gewählt.
Der Tiefenschärfenverlauf ist gut. Auch hier arbeitet die Kamera sehr präzise.

 

Ein ähnlicher Ausschnitt mit Blende 5,6. Die Schärfentiefe wird dabei erwartungsgemäss sehr gering.
Die eingebaute Tiefenschärfenkontrolle (Im Aufnahmemodus die Taste “Papierkorb” drücken) ist sehr gut. Was mir hier nicht gefällt sind diese komischen Artefakten im unscharfen Bereich. Irgendwie sieht das wie elektronisch gerechnet aus, als dass es eine optische Unschärfe gibt.

 

Dann noch ein Gebäude am Flughafen Kloten. Hier stimmt wieder alles. Normalerweise fotografiere ich immer im RAW Mode.
Vielleicht irritiert mich daher die extrem hohe Schärfe. Es scheint so als schärft die Kamera sehr stark elektronisch nach.
Wenn ich noch einen RAW Konverter finde der die Samsung .SAM Bilder lesen kann werde ich noch den Vergleich .JPG zu .SAW (RAW) zeigen.
Belichtung, Bilddynamik etc. finde ich sehr gut.

 

Obwohl ich praktisch nie über ISO 400 fotografiere, musste ich mal die ISO Zahl auf 6400 hoch schrauben. Die Samsung NX200 geht sogar auf ISO 12’600.
Das unbearbeitete Bild überrascht auch hier sehr positiv. Die Kamera stützte ich nur auf einen Zaunpfosten ab.
Probleme machte jedoch der Autofokus der bei so wenig Licht erst nach mehreren Anläufen funktionierte.
Aber das Ergebnis lässt sich ansehen. Unten noch ein kleiner 1:1 Ausschnitt vom Original Foto.

 

Ich hoffe, dass ich am Wochenende noch ein paar Aufnahmen mit der Samsung NX200 machen kann. Am Montag geht die Kamera zurück an Samsung Schweiz. Die Zeit geht so schnell vorbei und es sind noch ein paar Hundert Bilder zu bearbeiten und ein paar Fotoshootings vor Weihnachten sind auch noch auf der Pendenzenliste.

Mein Testbericht über die Systemkamera, der Samsung NX200 soll kein fundierter technischer Messbericht sein. Ich möchte viel mehr aufzeigen wie man mit der Kamera in der Praxis arbeiten kann und wo die Grenzen sind.

Ich lese in Foren von Vergleichen der NX200 mit Spiegelreflex Kameras in der Preisklasse von mehreren Tausend Franken. Da muss ich dann schon etwas schmunzeln wenn das Resümee ist, dass die NX200 nicht so gut ist wie z.B. eine Nikon D3s.

Aber in der Preisklasse von 700 – 1’000 Franken haben die Systemkameras durchaus ihre Berechtigung. Die Systemkamera sehe ich z.B. als interessanten Ersatz für SLR Fotografen auf Reisen. Viele möchten nämlich nicht immer eine ganze Profi Ausrüstung mitschleppen und trotzdem nicht auf die Vorzüge der SLR Kamera verzichten. Und genau da sehe ich die Positionierung der Systemkameras.

Mittelfristig sehe ich die Systemkameras sogar als Konkurrenz zu den Spiegelreflex Kameras. Denn die Entwicklung von Spiegellosen Kameras ist noch sehr jung. Da wird sich in den nächsten Jahren noch einiges bewegen.

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