Eine Frage die sich viele erst gar nicht stellen. Darf man einfach Leute auf der Strasse fotografieren oder benötigt es dazu eine Bewilligung?

Es ist eigentlich eine wichtige Frage. Denn in den meisten Fällen macht man sich strafbar, wenn man Personen ungefragt fotografiert und die Bilder veröffentlicht.

ABER es ist alles noch viel komplizierter als zu zu sein scheint. Für ambitionierte Fotografinnen und Fotografen lohnt es sich ein wenig damit auseinander zu setzen.

Im Studiobereicht, wo ich hauptsächlich arbeite, ist es relativ einfach. Da regelt man die Rechte mittels Vertrag. Respektive bei Auftragsshootings für Kundinnen und Kunden gibt es meistens keinen Vertrag und somit habe ich grundsätzlich keine Veröffentlichungsrechte. Das Urheberrecht liegt zwar bei mir aber das Veröffentlichungsrecht besitze ich nicht. Diese Aufnahmen darf ich also niemendem zeigen.

Bei der Strassenfotografie ist das wesentlich komplizierter. Grundsätzlich darf man Fotos von Menschen nicht veröffentlichen, wenn sie sich nicht explizit im Rampenlicht stehen oder bekannte Persönlichkeiten sind. Es benötigt daher eine Erlaubnis der abgelichteten Person. Dies kann rechtlich gesehen bereits mit einer mündlichen Vereinbarung zu Stande kommen. Besser ist ein unterschriebener Vertrag der das regelt. An Grossveranstalltungen mit grossem Menschenauflauf, bei Weitwinkelaufnahmen wo die Personen kaum zu erkennen sind und bei Personen die sich vor der Kamera bewusst fotografieren lassen benötigen keine Einwilligung.

Ein neuer Trend ist die Strassenfotografie wo Personen im Überraschungseffekt in speziellen Situationen aufgenommen werden. In diesem Fall holen sich die Fotografierenden keine Bewilligung ein und spekulieren darauf, dass die fotografierte Person die Bilder nicht im Internet findet. Oder wenn doch, dass die Person den ‚Wert der Fotografie‘ erkennt und darum nichts unternimmt. Eine grenzgängige Art der Fotografie die ich nicht unbedingt unterstützen kann. Unser Staat ist hier gefordert, die uralte Gesetzgebung sinnvoll der heutigen Situation anzupassen. Es gibt viele plausible Gründe warum ein Mensch kein Bild von sich im Internet sehen möchte und das sollte man respektieren.

Die selbe Problematik besteht übrigens auch bei Webcams. Ich würde schätzen, dass über 80% der Internet Webcams die gesetzlichen Grundlagen nicht erfüllen. Es ist also dringender Handlungsbedarf seitens Staat vorhanden.

Im Ausland sind die Gesetze sehr unterschiedlich. Wer Reisefotografie mit Menschewn oder gezielt Streetfotografie im Ausland betreibt, der sollte sich über die Gesetze und Regeln des entsprechnden Landes informieren.

Ein interessanter Bericht zu diesem Thema verfasste vor kurzen das digital Magazin digitalliving.ch >>>

 

Im weitesten Sinne Streetfotografie, oder ich würde es eher Reisefotografie nennen, sind die Bilder von meiner Burma Reise.

Ich habe noch nie so herzliche Menschen gesehen wie in Burma. Hier funktionierte das Prinzip, wer sieht dass ich fotografiere, sich nicht abwendet und dabei noch zulächelt, der ist bestimmt mit einer Aufnahme einverstanden. Die meisten Burmesen lassen sich sehr gerne fotografieren. Etwas schwieriger wird es bei den Mönchen. Da sollte man sich etwas zurückhalten und um eine Einwilligung fragen.

Ein gewisser Trend war zu erkennen, dass einige Einheimische, zum Teil als Mönche verkleidet, gezielt für Geld posieren wollten. Das ist dann wieder eine andere Frage, ob man gekaufte Reiseaufnahmen machen möchte…

 

Die Frau lächelte mir zu. Zum Teil drückte sie das Baby fast krampfhaft in Richtung Kamera. So war es relativ schwierig einen kurzen Moment zu erwischen damit die Situation natürlich wirkte.

 

Im Gegenzug verteilten wir fleissig Malstifte an die Kinder. Eine Mischung aus Unsicherheit, Gwunder und Freude bot spannende und herzliche Momente.
Die Schleckwaren verteilte unsere Reiseleiterin. Wir wollten die Kinder nicht unbedingt mit Süssigkeiten ‚bestechen‘.

 

Auch dieser junge Mann hatte riesige Freude, dass ich ihn ablichtete.

 

 

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