Heute beschreibe ich wie das Panorama am Strand von Koh Samui entstanden ist.

Bevor man ein Panorama zusammenstellen kann muss man natürlich entsprechende Bilder machen.
Wenn man nicht Fotoferien macht muss man nicht zwingend auf ein paar tolle Panorama Aufnahmen verzichten.
Auf einer Passhöhe, am Strand oder beim warten vor dem Heimflug schnell noch ein paar Bilder machen um Zuhause in aller Ruhe ein schönes Panorama daraus machen.

Die Aufnahme

Stativ

Ganz klar, für solche Aufnahmen ist ein Stativ unumgänglich. Profis verwenden sogenannte Nodalpunktadapter (Info in Wikipedia >>>). Ich habe jedoch noch nie mit einem solchen Adapter gearbeitet.
Tagsüber bei genügend Licht kann man die Bilder auch ohne Stativ erstellen.

Kameraeinstellung

Der wichtigste Punkt überhaupt ist die Kameraeinstellung. Die Beschreibung bezieht sich auf Spiegelreflex- und Systemkameras.
Den ISO Wert habe ich zu 95% auf dem tiefstmöglichen Wert, in meinem Fall auf ISO 200, eingestellt. Die automatische ISO Einstellung ist bei mir generell ausgeschaltet.
Zeitautomatik > Blende wählen > Testbild im mittleren Bereich des Panoramas aufnehmen > Bild kontrollieren > wenn das Bild gut ist, Blende und Zeit merken > sonst Einstellung korrigieren
Kamera auf manuelle Belichtung umschalten und die vorher ermittelten Werte (Blende und Zeit) einstellen.
Weil es bei diesem Bild noch sehr dunkel war, ergab sich eine Blende von f/4.8 und eine Zeit von 1/4 Sekunde.
Fokussierung in der Regel auf unendlich stellen oder mit Autofokus z.B. den Horizont fokussieren. Danach den Autofokus abschalten und Schärfe nicht mehr verstellen.
Panorama Bilder nehme ich als JPG auf. Das spart beim zusammensetzen viel Zeit gegenüber einer RAW Aufnahme.
(PS: Wenn ich die Nikon D800 erhalte, werde ich Panos mit maximal der halben Auflösung aufnehmen, also 18 MP statt 36 MP. Ansonsten explodiert die Bildgrösse unnötig um sie am Schluss wieder herunter zu rechnen )

Aufnahme

Kamera auf das Stativ setzen und links mit dem ersten Bild starten. Kamera nach rechts drehen und immer etwa einen Drittel von der letzten Aufnahme überlappen.
Bilder zügig durchfotografieren damit alle Bilder zeitlich möglichst nah beinander liegen. Besonders wenn sich noch ein Schiff im Bild befindet oder andere bewegliche Objekte.
Die Brennweite für Panorama Bilder sollte übrigens nicht unter 50mm gewählt werden. Um so weitwinkliger die Bilder sind um so mehr werden die Bilder verzerrt und lassen sich immer schlechter zusammenführen.

Panorama erstellen

Für die Fotobearbeitung setze ich zwei Programme ein: Adobe Lightroom 4 und Adobe Photoshop CS 5.5

Zur Erstellung des Panoramabildes wird eigentlich nur Photoshop benötigt. Anstelle von Lightroom kann man ein beliebiges Fotobetrachterprogramm benutzen oder Adobe Bridge, welches bei Photoshop gratis enthalten ist. Oder wenn man bereits weiss welche Bilder man für’s Panorama verwenden will, kann man Photomerge direkt aus Photoshop starten.

Zuerst suche ich die beste Serie die sich für ein Panoramabild eignet.

 

Die ausgesuchten Bilder werden markiert und mittels Rechtsklick über den Punkt „In Photoshop zu Panoramabild zusammenfügen…“ geöffnet.

 

Adobe Photoshop startet gleich mit dem Photomerge Tool. Alle ausgewählten Bilder sind aufgelistet. Bei Layout wähle ich „Auto“. Ich will ja möglichst rasch ein Panorama zusammenstellen :-).

 

Je nach Computer, Bilderanzahl und Bilderauflösung rattert es nun einige Minuten bis Stunden. Hier dauerte das Ganze rund zwei Minuten.
Photoshop präsentiert das Ergebnis. Wenn man genau hinschaut, sieht man die Übergangslinien von dem einen Bild zum anderen. Zoomt man die Aufnahme auf über 25%, verschwinden die Linien.

Rechts sieht man für jedes Bild eine Ebene. Wer Photoshop gut kennt beginnt nun an den Masken (Schwarze Balken, links vom Fotoname) die Feinarbeit.
Nicht immer entscheidet sich Photoshop für den besten Übergang. Bei meinen Aufnahmen (1/4 Sek.) ist das sowieso nicht möglich, weil das Wasser ja permanent in Bewegung ist und somit niemals übereinander passt.
Da ich aber zügig zu meinem Panorama kommen will, lasse ich die Masken wie von Photoshop ausgewähl, stehen.
PS: Hat man wie eingangs beschrieben von Links nach rechts fotografiert, kann Photoshop die Bilder schneller zusammenfügen als umgekehrt. Da Photoshop zuerst die richtige Reihenfolge herausfinden muss.

 

Also reduziere ich nun die Bilderebenen auf eine einzige Ebene.

Auf 100% herangezoomt sieht man sehr gut, wo sich die Bildübergänge befinden. Doch wir betrachten gerade einen Ausschnitt von einem Bild mit rund 12’000 * 2’000 Pixeln! Darum beunruhigt mich diese Unschönheit hier nicht.

Würde ich das Bild auf eine Bildschirmbreite von z.B. 1280 Pixel reduzieren, wäre das Bild nur noch 180 Pixel hoch. Darum entscheide ich mich den Bildausschnitt etwas zu reduzieren.
Bei dieser Gelegenheit kann ich den Horizont etwas ausrichten. Mit dem Freistellungswerkzeug ist das in einem Arbeitsschritt erlediget. Und nach einem Klick sieht das Ganze schon sehr schön aus.

Nun reduziere ich das Bild auf die gewünschte Breite. Wegen der oben erwähnten Fehler sollte das Bild nicht breiter als 2’500 Pixel werden weil mann diese sonst sieht.
Mit Photoshop geht das skalieren über die Bildgrösse sehr gut. Was ich hier nicht erwähnt habe sind die verschiedenen Schritte des Nachschärfens. Das beschreibe ich in einem separaten Blog.

Hier ein 100% Ausschnitt von entstandenen Panorama. Die Unschönheiten vom zusammenfügen sieht man durch die Verkleinerung fast nicht mehr.
Wie bereits erwähnt ist das eine simple Lösung um in 10 Minuten ein Panorama zu erstellen. Besonders geeignet, wenn man so wie ich hauptsächlich mit Photoshop arbeitet.
Natürlich gibt es viele andere Programme und Prozesse um Panoramas in einer besseren Qualität zu produzieren.

Zum Beitrag mit dem fertigen Panorama Bild vom Strand von Koh Samui >>>

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