Bilder vom Mond gibt es Tausende im Internet. Auf der Suche nach qualitativ guten Aufnahmen wird schnell klar, die meisten Bilder sehen sehr ähnlich aus. Die rundliche Scheibe sieht oft ziemlich matschig oder künstlich überschärft aus. Bei sehr vielen Aufnahmen füllt der Mond nur wenige Prozent des Bildes aus. Das Bild ist entweder ein Zoomausschnitt von der Aufnahme oder mann muss den Mond fast suchen.
Mit einer durchschnittlichen Fotoausrüstung gibt es klare Grenzen des Möglichen. Wer sich von der Masse abheben will, muss sich gut informieren, technisch aufrüsten und somit einiges an Geld investieren.

Gestern um ca. 21 Uhr zeigte sich der Mond von seiner schönsten Seite und leuchtete am klaren und noch hellen Abendhimmel sehr schön. Eine gute Gelegenheit um schnell ein paar Aufnahmen mit der Nikon D800 und dem Sigma 120 – 400 f/1:4.5-5.6 zu machen. Also rasch das Stativ aufstellen, das Sigma montieren, Kamera richtig einstellen und abdrücken.

So sieht das dann aus. Der Mond ist nur ganz klein. In der Regel der Zeitpunkt um die Bilder zu löschen und vergessen.

Doch da sind doch nun die 36 Megapixel. Da sollte man noch ein bisschen ranzoomen können?

Und tatsächlich, da kann man noch ein ganzes Stückchen rausholen. (Bild anklicken um es 1:1 anzusehen)
Gleichzeitig nutze ich die Gelegenheit um das vieldiskutierte ISO Rauschen anzuschauen. Diese Aufnahme entstand mit ISO 800.
Man sieht sehr deutlich ein Bildrauschen. Das scheint bei diesem Motiv sogar sehr ausgeprägt zu sein.


Nikon D800, ISO800, f 7.1, 1/1600 Sek. / 400mm

Und praktisch der selbe Ausschnitt bei ISO 200. Hier sieht man praktisch kein Rausschen mehr.


Nikon D800, ISO200, f 7.1, 1/400 Sek. / 400mm

Der Aufwand für diesen Aufnahmen liegt bei knapp 5 Minuten Fotografie und 5 Minuten Fotobearbeitung. Dafür finde ich das Ergebnis OK. Wer bessere Mondbilder machen will, benötigt vermutlich exponential mehr Aufwand und eine bessere Ausrüstung.

Die Aufnahme

Wichtig bei solchen Quickshots ist die richtige Kameraeinstellung. Ein möglichst schweres Stativ auf stabilem Untergrund ist eine zwingende Ausgangslage. Die Stativplatte wird bei einem so schweren Teleobjektiv am Objektiv montiert und nicht an der Kamera. Es sollte möglichst wenig Umgebunslicht (Strassenlampe, Scheinwerferlicht, Stadtlicht usw.) haben. Die Kamera habe ich auf Zeitautomatik gestellt und eine passende Blendenöffnung gewählt. Hier ist ein guter Mittelwert zu finden. Eine offene Blende verkürzt zwar die Belichtungszeit, aber geht auf Kosten der Schärfenabbildung des Objektives. Ein kleinere Blendenöffnung verbessert die Schärfeleistung, aber die Belichtungszeit verlängert sich entsprechend. Bei einer Brennweite von 400mm und mehr wirkt sich die kleineste Bewegung negativ auf die Schärfe aus. Daher sollte die Belichtungszeit relativ kurz sein.
Nun kommt etwas ganz wichtiges. Die Spiegelvorauslösung muss aktiviert werden. Denn der Spiegelschlag der D800 ist nicht unerheblich. Die Vibration reicht locker für ein unscharfes Bild. Die meisten DSLR Kameras unterstützen die Spiegelvorauslösung. Und zuletzt stelle ich den Timer auf 5 Sek. ein. Das Drücken des Bildauslösers reicht um die Kamera in eine Schwingbewegung zu bringen. Also löse ich das Bild mit 5 Sek. Verzögerung aus. Dann klappt der Spiegel hoch und die Kamera wartet nochmals 2 Sek. Erst jetzt wird das Bild aufgenommen.
Alternativ zum Timer kann man auch einen Kabel, Infrarot oder Funkauslöser benutzen. So muss man die Kamera nicht berühren um das Bild auszulösen.

Die Bearbeitung

Die drei Bilder habe ich in Lightroom 4.1 importiert und als DNG konvertiert. Dann wählte ich den Ausschnitt den ich nutzen wollte. Den Weissabgleich stellte ich auf Tageslicht. Danach öffnete ich die Bild in Adobe Photoshop. Verkleinerte die Bilder auf 1024 Pixel Breite und schärfte diese mittels „Unscharf maskieren“ und dem Hochpass Filter in zwei Stufen ein wenig nach. Zuletzt schraubte ich ganz wenig an der Tonwertkorrektur um das Bild leicht aufzuhellen weil ich das Bild bewusst ein wenig unterbelichtet aufnahm.

Die Bilder

Wie Eingangs erwähnt gibt es unzählige Bilder vom Mond.
Hier z.B. in der deutschen Fotocommunity >>>
Weitere Bilder findet man bei Google unter Bildersuche >>>
Bilder und Technik von einem ambitionierten Mondfotografen habe ich z.B. hier gefunden >>>
Hier ein gehobeneres Mondbild >>>
Gute und ausführliche Anleitung zur Mondfotografie >>>

Fazit Nikon D800 und Mondbilder

Mit der Nikon D800 kann man mit sehr wenig Aufwand schöne Bilder vom Mond machen. Die Nikon D800E (ohne Antialiasingfilter) gelingen garantiert noch wesentlich schärfere Mondbilder. Für mich reicht die Qualität mit der D800 absolut weil ich mich nicht mit der Astro- und Mondfotografie beschäftige.

Links

Ich sah mal einen Mondfotografen der unheimlich geniale Bilder gemacht hat. Doch leider finde ich den in der Flut von Mondbildern nicht mehr.
Wer also noch ein paar Links kennt zu genialen Mondbildern oder was sonst noch zum Thema passt, darf die gerne hier posten. Ich würde mich freuen.

2 thoughts on “Mondaufnahme mit der Nikon D800”

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