Ich wurde des Öfteren gefragt, was für Hardware man benötigt um die 36 Megapixel Bilder der Nikon D800 anständig bearbeiten zu können. Auch in vielen Foren wird darüber wild spekuliert und Philosophiert.

Darum machte ich heute einen kleinen Praxistest. Für den Aufbau versuchte ich zwei realistische Geräte einzusetzen. Ein schon in die Jahre gekommenes Business Notebook und ein einjähriges Home Notebook. Ich will dabei gar nicht zu stark in die technischen Details gehen. Es soll wie immer ein Praxistest und kein Labortest werden. Daher nur ein paar Eckdaten zu den Geräten.

HP Compaq 8710p – 2.2 GHz Core2Duo, Intel T7500, 4GB Ram, IDE Harddisk, USB 2.0, ca. aus dem Jahr 2007
Windows XP Prof. mit SP3 – 32 Bit, Adobe Lightroom 3.6, Adobe Photoshop CS5, Camera RAW 7.2
HP Pavilion dv7 6B70EZ – 2.2 GHz Intel Core 7i, Intel 2670QM, 8 GB Ram, SSD Harddisk für Betriebssystem, SATA Harddisk für Daten, USB 3.0, Dez. 2011
Windows 7 Ultimate – 64 Bitt, Adobe Lightroom 4.2, Adobe Photoshop CS6, Camera RAW 6.7

Nikon D300 mit Kingston CF 32 GB, Ultimate 600x
Nikon D800 mit SanDisk CF 32 GB, Extreme Pro 90 MB/s

Folgende Ergebnisse sind dabei herausgekommen: (Zeit mit iPhone 4 gestoppt)
Auf beiden Kameras habe ich je 100 NEF (RAW) Bilder aufgenommen.

Im ersten Teil wurden die 100 Bilder importiert und im zweiten Test noch als 1:1 Vorschau gerendert.

Danach habe ich je ein Bild zur Weiterverarbeitung geöffnet, bearbeitet und gespeichert.

Das erste Problem zeigte sich jedoch schon bei der Grundinstallation. Für die Nikon D800 benötigt man Adobe Camera RAW 7.x um die NEF Dateien überhaupt lesen zu können. Adobe Lightroom 3.6 funktioniert jedoch nicht mit Camera RAW 7.x und Lightroom 4 läuft nicht auf Windows XP 32 Bit! Das ist ein Problem bevor wir überhaupt zur Performance kommen. Mir schien die Grundlage trotzdem als praxisnah.

Also konnte ich die D800 Bilder nicht in Lightroom 3.6 importieren. Gemerkt hatte es Adobe jedoch erst nach 3 Minuten. Keine Ahnung was Lightroom während dieser Zeit machte. Bereits beim Import zeigte LR an, dass es keine Vorschau gibt. Der Importvorgang lies sich trotzdem starten, doch es wurde nichts kopiert.

Schlussendlich überlasse ich jedem seine persönliche Interpretation und Schlussfolgerung der Messdaten.
Die Verdreifachung der Sensorgrösse von 12 MP auf 36 MP verursacht auf jeden Fall keine dreifache Verlangsamung des Workflows.
Mich enttäuschte mehr die geringe Performance Steigerung  zwischen dem Core2Duo Prozessor und dem i7 Vierkern Prozessor als die Mehrbelastung durch die angestiegene Dateigrösse.

Wer also sehr viele Bilder verarbeitet oder beruflich mit der Nikon D800 arbeitet ist auf maximale Performance angewiesen. Denn die Kosten der neuen Hardware werden durch die gesteigerte Arbeitseffizienz rasch amortisiert. Ein Hobby Fotograf der seine Zeit nicht einberechnen muss, kann durchaus auch mit einem etwas gemächlicheren Computer arbeiten.

Ich hoffe Euch hilft dieser Praxistest ein wenig für eure Entscheidungsgrundlage bezüglich der Hardwareanforderung für einen Nikon D800 Bilderworkflow.

 

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