In wenigen Schritten kann man mit Adobe Lightroom 4 seine eigenen Bilder einfach aufwerten.

Schon öfters betonte ich, dass eine gute Kamera alleine noch lange keine guten Bilder macht. Ein bisschen Wissen über Bildgestaltung, Blende, Belichtungszeit und ISO bringen vermutlich wesentlich mehr als die beste Digitalkamera auf dem Markt.

Und dann gibt es ja auch noch die Bildbearbeitung. Viele Hobby-Fotografinen und Fotografen getrauen sich nicht an das Thema Bildbearbeitung.
Ich kann das gut verstehen. Denn ich habe selbst schon unzählige Stunden und Franken investiert um Adobe Photoshop besser kennen zu lernen. Das Programm ist zwar unheimlich leistungsstark, auf der anderen Seite aber relativ schwer zu erlernen.

Doch nicht jeder der gerne fotografiert muss auch unweigerlich zum teuren und anspruchsvollen Photoshop greifen. Eine Alternative könnte Adobe Lightroom 4 sein.
Die Vollversion von Adobe Lightroom 4 bekommt man zur Zeit für nur 125 CHF.

Das Programm ist kein reines Fotobearbeitungs Programm sondern ein Workflow Tool für Fotografen mit umfangreichen Bildbearbeitungsoptionen.
Die Software übernimmt den Import der Bilder direkt von der Kamera oder Speicherkarte in den Computer. Dann kann man das Bild optimieren und bearbeiten. Zuletzt werden die Bilder für den Bildschirm oder Drucker wieder ausgegeben. Darum ist es eigentlich ein Workflow Tool und kein klassisches Bildbearbeitungsprogramm.

Hier zeige ich zwei Beispiele wie man in wenigen Minuten ein Bild mit Hilfe von Lightroom aufwerten kann.

 

Bild 1 – Kirche
Ausgangslage ist ein Bild von der reformierten Kirche Lufingen bei stahlblauem Himmel. Das Bild habe ich bereits bei der Aufnahme bewusst schräg aufgenommen. Diagonalen sind ein sehr beliebtes und wirkungsvolles Gestaltungsmittel für Fotos.

An diesem Bild fehlt jedoch der Blickfang. Soll ich auf die Lampe schauen oder die Kirche? Zudem stört mich, dass die Lampe oben sehr nahe am Bildrand ist. Der blaue Himmel ist zwar schön, gibt dem Bild jedoch keine Aussage. Also entscheide ich mich für eine Schwarzweiss Version.

Lightroom Filter
Lightroom hat eine Reihe fertiger Filter mit denen man Bilder in einen bestimmten Stil verwandeln kann. Im Internet findet man zudem zahlreiche weitere Filter (Teilweise Gratis) für die verschiedensten Stile wie Landschaft, Wasserfall, Portrait und vieles mehr. Schlussendlich sind diese Filter nichts anderes, als ein Ergebnis von Einstellungen der vorhandenen Lightroom Reglern und Funktionen. Man kann sich also solche Filter selbst machen. Wenn man ein Filter abspeichert kann man den Stil auf Knopfdruck auf weitere Bilder anwenden.

In diesem Fall kickte ich auf ein Fremdfilter welches das Bild in einen speziellen Schwarzweiss Stil konvertiert. Gleichzeitig wird eine verdunkelnde Rand-Vignettierung angewendet. Das verleiht dem Bild mehr Tiefe und fokussiert den Blick auf die Kirche.

Diese Bildbearbeitung benötigte dank Effektfilter keine 10 Sekunden.
Jedoch sollte man sich vorab schon Gedanken darüber machen was man mit einem Bild aussagen möchte, wie es wirken soll und ob man es beschneiden möchte usw. Durch Feinarbeit kann man bei dieser Aufnahme natürlich noch einiges mehr heraus holen. Aber um rasch 500 Bilder vom letzten Urlaub zu bearbeiten ist das eine ganz effiziente Technik.

Verglichen mit dem Ursprungsbild macht das bearbeitete Foto z.B. in einem Fotobuch doch eine ganz gute Falle?

Bild 2 – Lampe
Ein Klassiker wie man ein Bild nicht aufnehmen sollte. Die Lampe ist, wie 90% aller Bilder, in der Mittig abgebildet. Zudem hat es um die Lampe herum Bildinformationen die nichts zur Bildaussage beitragen. Trotzdem hat die alte Lampe etwas faszinierendes. Die alte Glühbirne welche es in 10 Jahren nicht mehr zu sehen gibt. Der Schmutz der das Alter der Blechlampe bestätigt. Eine simple Aufhängevorrichtung usw.

Ich möchte den Bildausschnitt verkleinern und das Alter der Aufnahme noch verstärken. Auch hier drängt sich Lightroom förmlich auf.

Mit dem Freistelltool platziere ich die Lampe in Richtung goldener Schnitt. Lightroom blendet beim freistellen und ausrichten verschiedene Hilfslinien ein um eine klassische Bildgestaltung noch mehr zu vereinfachen.

Danach konvertiere ich das Bild in eine Sepiatonung, das ist ein Standardfilter welche Lightroom mit sich führt. Zu guter Letzt mache ich wieder eine Randvignettierung um dem Bild noch mehr Tiefe zu verleihen als es schon hat.

(Der hässliche, grüne Balken um Lightroom herum ist übrigens von Windows 8)

Auch dieses Bild benötigte nur ganz wenig Zeit um aus einem einfachen Knipsebild ein zeigbares Foto zu zaubern.

 

 

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