Vor ein paar Wochen kaufte ich ein Festbrennweiten – Objektiv für die Olympus OM-D E-M5. Ich entschied mich für das Original Olympus M.Zuiko Digital 17mm f1:1.8.

Olympus M.Zuiko 17mm f1:1.8
ISO 200 – f 4.0 – 1/3000 Sek.

In diesem Bericht zeige ich ein paar Aufnahmen mit diesem Objektiv und erkläre, warum ich mich für dieses Objektiv entschieden habe und wie zufrieden ich damit bin.

Warum ein teures Objektiv mit einer Festbrennweite?

Mit dem Kit Objektiv 12 – 50mm habe ich ja bereits die Brennweite von 17mm verfügbar. Warum also noch ein separates Objektiv kaufen das fast so viel kostet wie das Zoom?

Drei Gründe:

Die Blende – Das Objektiv mit einer Offenblende von 1.8 schon sehr lichtstark. Damit kann man auch noch fotografieren wenn es eindunkelt oder z.B. in einer Kirche wo man nicht blitzen darf was auch keinen Sinn macht.
Dank der Lichtstärke kann man auch kürzer belichten und somit auch sehr schnelle Bewegungen scharf abbilden.

Die Grösse – Durch dieses Objektiv wirkt die Kamera sehr kompakt. Man kann sie noch knapp in eine Jackentasche stecken. Zudem ist die Kamera auf Reisen unaufdringlich und erweckt den Anschein einer kleinen „Foto – Knipse“.

Die Präzision
– Ein Objektiv mit einer festen Brennweite ist in der Regel bis zum Rand hinaus gestochen Scharf. Die Verzerrungen sind minimal und die Schärfe gegenüber Zoom Objektiven sehr hoch.


Olympus M.Zuiko 17mm f1:1.8
ISO 200 – f 1.8 – 1/500 Sek.

Tiefenschärfe – Dank der hohen Lichtstärke kann man auch in schwierigen Lichtsituationen wie beim obigen Wasser-Spiegelbild einfacher einfangen. Trotz der offenen Blende ist obige Aufnahme durchgehend recht scharf.

Anders bei der folgenden Aufnahme welche praktisch am selben Ort am Greifensee entstand. Hier hat das Bild die typische, geringe Tiefenschärfe. Genau für solche Unschärfen benötigt man Objektive mit kleinen Blenden (=grosse Blendenöffnung). Hier hielt ich die Kamera direkt über dem umgekippten Baumstamm. Durch die grosse Distanz vom Baumbeginn bis ganz Hinten entsteht diese Tiefenunschärfe.

Olympus M.Zuiko 17mm f1:1.8
ISO 200 – f 1.8 – 1/4000 Sek.

34mm Brennweite – Ein 17mm Objektiv an der Olympus OM-D E-M5 entspricht verglichen mit dem Kleinbildformat 34mm. Man rechnet einfach die auf dem Objektiv angegebene Brennweite mal Zwei. 34mm liegt zwischen einem Weitwinkel und einem normalen Zoom Objektiv. Um so weitwinkliger ein Objektiv ist um so weniger erreicht man eine geringe Tiefenschärfe. Umgekehrt kann man mit Teleobjektiven viel einfacher obigen Effekt erzielen. Dafür müsste man sich jedoch weiter vom Aufnahmeobjekt entfernen.

Panorama – Für Wahnsinns Panorama Aufnahmen sind 34mm zuviel. Dafür würde man etwa 12 – 24mm benötigen. Doch dank der geringen Verzerrung mache ich einfach zwei oder mehr Bilder und setze diese später mit Photoshop zusammen. Somit sind die Landschaftsaufnahmen abgedeckt.

Topf-Figur – Gesehen an der Töss am Jakob Stutz Wanderweg

Olympus M.Zuiko 17mm f1:1.8
ISO 200 – f 6.7 – 1/90 Sek.

Portrait – Für Teilkörper- und Ganzkörper-Portraits von Menschen benutzt man in der Regel 50mm oder mehr. Die 34mm sind also gerade so knapp noch für Reiseportraits geeignet. Für ein Portrait sollte man einfach nicht zu nah an die Person heran treten, denn sonst wird das Gesicht stark verzerrt (Grosse Nase, runder Kopf). Im Notfall kann man die Verzerrung im Lightroom jedoch noch abschwächen.

Olympus M.Zuiko 17mm f1:1.8
ISO 200 – f 6.7 – 1/750 Sek.

Wasser – Gewässer sind für Fotomotive prädestiniert. Die Spiegelungen, die Wellen, die Farbreflektionen und vieles mehr bietet unzählige Motive.

Nachfolgend ein paar Bilder vom Schloss Landshut, dem einzigen gut erhaltenen Wasserschloss im Kanton Bern.

Während der Mittagspause bei einem Kundeneinsatz in Utzenstorf machte ich ein paar Bilder vom Wasserschloss und vor allem von der Umgebung.

Olympus M.Zuiko 17mm f1:1.8
ISO – 200 – f 8.0 – 1/60 Sek.

Perspektive – Besonders die Zugbrücke über den Wassergraben hatte es mir angetan. Es war jedoch gar nicht so einfach eine gescheite Perspektive zu finden. Dank dem Klappmonitor an der OM-D konnte ich die Kamera direkt über das Wasser halten. Die meisten Leute fotografieren dieses Motiv auf Gesichtshöhe. Es lohnt sich oft den Blickwinkel etwas zu verändern. So schafft an auch in einer 15 minütigen Pause ein paar tolle Bilder. Hier versuchte ich es zudem mit einer Überbelichtung. Irgendwie passt das aber nicht so zum Motiv.

Olympus M.Zuiko 17mm f1:1.8
ISO 200 – f 2.5 – 1/180 Sek. mit Überbelichtung

Vorder- und Hintergrund – Eine weitere Variante probierte ich wie folgt. Ich fokussierte auf ein paar Blätter die im Vordergrund auf dem Wasser lagen. Man erkennt die Brücke trotz der grossen Unschärfe sehr gut. Zudem spiegelt die Brücke auch noch im Wasser.

Olympus M.Zuiko 17mm f1:1.8
ISO 200 – f 4.0 – 1/90 Sek.

Eine weitere Variante probierte ich auf der anderen Seite aus. Das Blatt sticht richtig heraus, die Zugbrücke hingegen verschwindet im Hintergrund. Man erkennt sie erst auf den zweiten Blick.

Es wird deutlich wie gut man mit der Olympus OM-D E-M5 und dem 17mm Bilder mit geringer Tiefenschärfe erreicht. Man muss mit der Blende etwas experimentieren. Erst am Bildschirm merkte ich wie gering die Tiefenschärfe ist, ich hätte also locker noch mehr abblenden können.

Olympus M.Zuiko 17mm f1:1.8
ISO 200 – f 4.5 – 1/250 Sek.

Gestaltung mit Festbrennweite – Mit nur einer festen Brennweite zu fotografieren ist eine grosse Herausforderung. Denn die Gestaltung ist einiges eingeschränkter als mit einem Zoom oder gar Mega-Zoom. Den Bildausschnitt muss man durch verändern der Distanz zum Motiv steuern. Beim Zoom bleibt man stehen und dreht am Objektiv. Darum empfehle ich zum Training mal nur eine einzige Brennweite auszuwählen und eine ganze Serie nur damit zu schiessen.

Zoom – Dazwischen schraubte ich jedoch mal mein Mit Objektiv, das Olympus M.Zuiko 12 – 50mm. So entstanden dann folgende zwei Aufnahmen beim Schloss Landshut.

Olympus M.Zuiko 17mm f1:1.8
ISO 200 – 100mm – f 6.3 – 1/90 Sek.

Hier noch ein Überblick wie das Schloss aussieht.

Olympus M.Zuiko 17mm f1:1.8
ISO 200 – 24mm – f 3.5 – 1/750 Sek.

Greifensee

Vor einer Woche machte ich nochmals einen Abstecher an den Greifensee. Leider verpasste ich die tolle Nebelstimmung wegen einem Arzttermin. Um 9 Uhr hatte es eine dicke Nebeldecke über dem See. Um 10.30 Uhr war der Nabel praktisch verschwunden. Hier kam ausschliesslich das 17mm Zuiko zum Zuge.

Schwarzweiss – Um die Nebelstimmung zu verstärken entschied ich mich bei dieser Aufnahme für Schwarzweiss. Farben gäben dieser Aufnahme keine nützliche Aussage. Es gibt Bilder die sind prädestiniert für Schwarzweiss. Manchmal geht beides und andere Aufnahmen wirken in Farbe besser.

Olympus M.Zuiko 17mm f1:1.8
ISO 200 – f 4.0 – 1/2000 Sek.

Kurze Zeit später dominierte der blaue Himmel mit ein paar Wolkenkissen.

Bildbearbeitung – Alle hier gezeigten Bilder sind mehr oder weniger mit Adobe Lightroom nachbearbeitet. Im folgenden Fall verstärkte ich den blauen Himmel durch einen Helligkeits-/Kontrast verlauf.
Andere machen das mit Lee Filtern oder anderen Hilfsmitteln. Ich mache mir das leicht und korrigiere das erst im Nachhinein.

Olympus M.Zuiko 17mm f1:1.8
ISO 200 – f 5.6 – 1/3000 Sek.

Nahaufnahmen – Nun noch eine Detailaufnahme von einem zusammengeflickten Steg am See. Das 17mm Objektiv hat einen Mindestabstand von 25cm zwischen Motiv und Objektiv. Dadurch sind keine Makrobilder möglich. Doch wie man auch auf dem ersten Bild der Serie (Schmetterling) sieht, kann man trotzdem schöne Nahaufnahmen machen. Auch hier ist die Abbildungsqualität und die Entzerrung 1A.

Olympus M.Zuiko 17mm f1:1.8
ISO 200 – f 5.6 – 1/500 Sek.

Empfehlung – Zusammenfassend kann ich das Objektiv wärmstens empfehlen.
Das Objektiv ist sehr robust gebaut und trotzdem leicht. Der Autofokus ist sehr schnell und vor allem präzise.
Die geringen Masse des 17mm lassen es in einer kleinen Ecke der Fototasche verschwinden.

Bald machen wir eine Woche Kurzferien auf Teneriffa und dann kommt das 17mm Objektiv bestimmt zum Einsatz. Ich werde zum ersten Mal die Nikon D800 Zuhause lassen und verlasse mich voll und ganz nur auf die Olympus OM-D E-M5.

Olympus M.Zuiko 17mm f1:1.8
ISO 200 – f 5.6 – 1/1000 Sek.

 

Macblog – Dies ist mein erster Bericht den ich auf dem ’neuen‘ Apple MacBook Pro 13″ mit Retina Display verfasst habe. Ich muss noch rausfinden wo man die Autokorrektur ausschalten kann. Da werden zum Teil Wörter ungefragt durch völlig falsche Wörter ersetzt. Ich hoffe ich habe alle korrigiert.
Auch die Fotos habe ich am 13″ Retina mit Adobe Lightroom 5 bearbeitet. Ein kurzer Vergleich mit dem kalibrierten Monitor zeigte noch leichte Farbfehler am Mac. Zudem ist die Bilddynamik am Mac etwas geringer, besonders bei den dunklen Stellen. Ich denke eine Kalibrierung wird das Problem rasch beheben. Zudem viel mir trotz Farbenblindheit ein leichter Violet – Stich im blauen Himmel auf.

7 thoughts on “Olympus M.Zuiko 17mm f1:1.8 – Praxistest”

  1. Hallo H.Dössegger, habe durch Zufall Ihren Praxisbericht zum Olympus 17mm f1,8 gefunden.
    Anhand der positiven Ergebnisse auch sichtbar über Ihre Beispielbilder steht für mich jetzt fest : Ich muß das Ding haben.
    Zu meiner Person: Ich fotografiere seit über 50 Jahren. Ich möchte mir demnächst die OMD E-M1 zu legen. Besitze momentan noch neben einer Nikon SLR Ausrüstung eine PEN EP-2 und adaptiere hier auch erfolgreich alte Minolta MD Linsen. Meine Schwerpunkte sind die Makrofotografie und Portraitaufnahmen. Für unterwegs und Immerdabeikamera, z.B am Wochenende, verwende ich die PEN. Ich suchte nun, um noch qualitativ bessere Aufnahmen zu erzielen, ein gemäßigtes Weitwinkel wo noch das Gestalterische gefordert wird. Danke und Gruß aus Norddeutschland. Konrad Möller

    1. Hallo,
      ich lese ja sehr gerne solche Blogs/Testberichte aus dem praktischen Fotoalltag , sie sind für michgenauso wertvoll und informativ, wie die Labortest’s der Fachmagazine.
      Allerdings sind im Text so große Formulierungs- und Sachfehler, das es mich schaudert und auch wundert, das noch niemand dies angemerkt hat.
      Punkt 1 : Wo bitte gibt es im Mft System, geschweige den von Olympus bitte schön ein 12-55mm Zoom? Nirgendwo, den es handelt sich um ein 12-50mm Zuiko, leider wird dieser Fehler im Laufe des Textes sogar noch wiederholt.

      Punkt 2 : Es wird beschrieben, das die korrekt umgerechnete Brennweite/Bildausschnitt von 34mm des 17er irgendwo zwischen einem Weitwinkel und einem „Normal-Zoom Objektiv“ liegt…… Diese Aussage macht in der Formulierung gar keinen Sinn, es sei denn, man vermutet, das Normal Zoom Objektiv, Normal oder Standard Objektiv bedeuten soll und ein 50mm Objektiv gemeint ist. Zudem gehören 34mm Kleinbild klassischer Weise ganz sicher zu den Weitwinkeln, hier spricht man bis 35mm von WW, welche von vielen Reportage und Street-Fotografen allerdings gerne auch als universelleres „Immerdrauf“ Objektiv, anstatt der 50mm Brennweite verwendet wurde.

      Punkt 3 : Die Aussage über die Panorama Fotografie in Bezug auf die Brennweite ist so ebenfalls irreführend und nicht korrekt. Schon vor dem digitalen Zeitalter gab es Panorama Fotografie und wurden hierfür sogar spezielle Kamera’s gebaut,
      die ein anderes Seitenverhältnis des Negativ’s aufwiesen, als das 36x24mm Kleinbild oder 6×7/6×6 Mittelformat etc.
      Grundvoraussetzung für eine Panorama Aufnahme ist ein Seitenverhältnis von mindestens 1:2, also mindestens doppelt so breit, wie hoch ! Die ist unabhängig von der vorhanden Brennweite möglich (durch digitalen Beschnitt sowieso kein Problem) !!! Ich muss also kein extremes Weitwinkel Objektiv nehmen um ein Panorama Bild zu erstellen, im Gegenteil ist ein gemässigtes WW und ein verrechnen verschiedener Aufnahmen vom Stativ eher sinnvoller, da ein extrem weitwinkliges Objektiv oft auch mehr Bildfehler aufweist, als ein 28 oder 35mm Objektiv.

      Mag sein, das bei Punkt eins und zwei die angeführte Auto-Korrektur des macbook versagt hat, allerdings sollten solche
      Fehler beim nochmaligen durchlesen doch auffallen 😉

      Zum Schluß noch ein Kompliment, einige Aufnahmen sind durchaus gelungen und sehenswert, und damit meine ich nicht technisch sondern das der Fotograf einen guten Blick und Gespür für die Umsetzung bewiesen hat !

      Grüße,
      Frank

      1. Hallo Frank
        Vielen Dank für Dein Feedback und das aufmerksame Lesen des Berichtes. 🙂

        Die 55 geht definitiv nicht auf das Konto der Apple-Autokorrektur. Keine Ahnung woher ich die Zahl hatte, aber die ist definitiv falsch. Habe das im Text nun korrigiert.

        Betreffend Kategorisierung der 34mm Brennweite kann man es tatsächlich zu den „Gemässigten Weitwinkeln“ zuordnen. Mit der Beschreibung „zwischen Weitwinkel und Normal-Zoom …“ wollte ich das eigentlich umschreiben. Wobei ich Normalobjektiv und nicht Zoom hätte schreiben sollen.

        Beim Thema Panorama wollte ich nicht unbedingt über die Definition des Panoramas (irgendwo muss ein Blogbericht ja auch zum Ende kommen 🙂 ) schreiben sondern mehr den Verwendungszwecks des Objektives ansprechen. Gerade in der Zeit von ‚Zig-Megapixel‘ Kameras kann man problemlos über den gesamten Brennweitenbereich Panos zaubern. Ich mache auch gerne Panos aus zusammengefügten Einzelaufnahmen. Trotzdem benutze ich sehr oft WW Objektive für Panos da die elektronische Entzerrung heute von hoher Qualität ist. Und beim beschneiden in ein Pano Format fallen ja die wüsten Ecken sowieso weg.

        Freut mich, dass Dir einige der Aufnahmen gefallen.

        Grüsse
        Heinz

          1. Hallo Jürgen
            Gute Frage. Daran ist leider mein Design ‚Schuld‘. Keine Ahnung warum in den Kommentaren nur gross geschrieben wird. Hab noch nicht heraus gefunden wie man das umstellt. Irgend wann nehme ich mir etwas mehr Zeit und versuche das zu ändern.
            Gruss
            Heinz

          2. Hallo Jürgen
            In der Zwischenzeit habe ich einen Tipp erhalten wie man das umstellen kann. Ist somit erledigt und ich bin auch glücklich darüber. 🙂
            Danke für Deine Anmerkung.
            LG Heinz

  2. Vielen Dank für diesen Blogeintrag! Ich bin erst seit kurzem bei Olympus gelandet und stelle gerade mein Objektivset zusammen, und somit habe ich ein Kauftipp mehr für meine Sammlung. Vielen Dank!

    Gruss Beat

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