Am Montag machten wir uns auf eine erste ‚Trainingswanderung‘. Als Ziel suchten wir uns eine einfache Wanderroute aus. In einem Reiseführer fanden wir einen Tipp für eine Wanderung zum „Barranco del Infierno“.

Teneriffa - Barranco del Infierno

Leider standen wir vor verschlossenen Türen. Auf einem unübersehbaren Schild stand „Sendero de Barranco  del Infierno – Cerrado por motivos de seguridad / Aus Sicherheitsgründen geschlossen“. Enttäuscht machten wir uns auf den Weg zurück zum Auto.

Teneriffa - Barranco del Infierno

Ein freundlicher Spanier hielt uns jedoch auf und redete in spanisch auf uns ein. Schlussendlich haben wir ihn so verstanden, dass wir einfach über die Steinmauer (links von der Treppe) gehen und dann über den Zaun klettern sollen.

Er zeigte zudem auf zwei Wanderer welche auf der gesperrten Route unterwegs waren und meinte, es sei überhaupt kein Problem.

Teneriffa - Barranco del Infierno

Also Augen zu und schnell über den Zaun. Und so machten wir uns auf unsere erste Insel-Wanderung auf einem Weg der wegen lebensgefährlichem Steinschlag eingentlich geschlossen ist. Und da es am Vortag ja massiv regnete, stand die Warnung wohl nicht aus Spass da.

Die Tour führte uns über einen super 1A Wanderweg in ein knapp 3 Kilometer entferntes Tal.

Teneriffa - Barranco del Infierno

Unterwegs erhielten wir einen ersten Eindruck der ‚teneriffischen‘ Fauna und Flora.

Teneriffa - Barranco del Infierno

Der Weg hatte etwas Abenteuerliches an sich und war sehr abwechslungsreich.

Teneriffa - Barranco del Infierno

Unterwegs hatte es immer wieder stille Gewässer welche die schöne Umgebung auf eine spannende Art spiegelte.

Teneriffa - Barranco del Infierno

Immer wieder überquerten wir den Bach welcher uns auf den gesamten Weg bis ans Ende des Tales begleitete.

Teneriffa - Barranco del Infierno

Der meist sehr gut erkennbare und gefestigte Weg lies uns zwischendurch das Warnschild, welches wir einfach ignorierten, vergessen. Doch ein paar Mal liessen uns entfernte Steinabgänge kurz erstarren. Doch das Geräusch haben wir auch schon bei diversen Wanderungen in den schweizer Alpen gehört. Und so steuerten wir zielstrebig weiter ins Tal hinein.

Teneriffa - Barranco del Infierno

Wegen meinen dauernden Fotostopps benötigten wir rund zwei Stunden. Unterwegs trafen wir insgesamt noch vier weitere Zweiergruppen an.

Teneriffa - Barranco del Infierno

Am Ziel gab es einen kleinen Tümpel mit einem Mini-Wasserfall zu sehen. Fotografisch kein wirkliches Highlight.

Doch trotzdem machte der Ausflug sehr viel Spass und auf dem ganzen Weg gab es vieles zum anschauen.

Teneriffa - Barranco del Infierno

Ich testete noch kurz die Wassertemperatur welche überraschend angenehm war.

Teneriffa - Barranco del Infierno

Wir standen unter strenger Beobachtung zweier einsamer Hühner. Sie von uns bekamen zur Bestechung ein paar Brotkrümel. Als Gegenleistung posierte „der Bunte“ dann professionelle vor meiner Kamera. Da es nur wenig Licht in der Schlucht hatte fotografierte ich meistens mit dem 17mm Objektiv. Doch „der Bunte“ hatte kein Problem damit, dass ich aus sehr geringer Distanz ein kurzes Fotoshooting durchführte.

Teneriffa - Barranco del Infierno

Der Wanderweg war beim Mini-Wasserfall fertig und so wanderten wir wieder den selben Weg zurück.

Dabei ist es sehr spannend, wie viele Details man auf einem solchen Ausflug übersieht. Auf dem Rückweg sieht man die Schlucht aus einer anderen Perspektive. Dabei gibt es nochmals vieles zur erkunden und entdecken.

Teneriffa - Barranco del Infierno

Auf Wanderungen mache ich, wie die meisten Hobby Fotografen, vor allem Erinnerungsbilder. Ich erhoffe mir zwar immer wieder das ultimative Ferienbild, aber beim betrachten der ‚Beute‘ kommt die grosse Ernüchterung und gar Enttäuschung. Trotzdem kann ich beim Wandern nicht auf’s fotografieren verzichten.

Teneriffa - Barranco del Infierno

Ohne Kamera hätte ich dauernd das Gefühl, dass ich etwas verpasse. Sehe dann hunderte von vermeintlichen mega Motiven. Wer selber fotografiert kennt wohl diese Erfahrung nur zu gut.

Hier waren wir bereits auf dem Rückweg an einer der engeren Durchgangsstellen.

Teneriffa - Barranco del Infierno

Zwischendurch gab es auch das eine oder andere Hindernis zu überwinden. Hier ein ganzer Stapel von Schwemmholz.

Teneriffa - Barranco del Infierno

Auf Madeira wanderten wir Stundenlang an Levadas entlang. Auch auf Teneriffa gibt es solche Wasserfassungen. (keine Ahnung wie die Spanier diese nennen). Die Wasserfassungen scheinen noch nicht so alt zu sein wie die Levadas von Madeira. Daneben sieht man zudem ab und zu ein parallel verlaufendes Eisenrohr.

Teneriffa - Barranco del Infierno

Wenn ich stille Gewässer antreffe knie ich mich oft nieder und betrachte die Spiegelungen im Wasser. Je nach Blickwinkel gibt das tolle Motive. Auf jeden Fall sollte man immer wieder die Kamerapasition (Höhe) ändern und nicht einfach aufrecht stehend durch die Knipse gucken.

Teneriffa - Barranco del Infierno

Oft ist es, wie auch in dieser Schlucht, fast unmöglich die Eindrücke fotografisch festzuhalten. In solchen Fällen konzentriere ich mich auf die Details. Was faszieniert mich an der Umgebung? Warum sieht es so schön aus usw.
Um möglichst verschiedenen Bilder vom Ausflug zu erhalten fotografiere ich darum auch oft Pflanzen, Steinstrukturen oder wie bereits erwähnt Wasserspiegelungen.

Teneriffa - Barranco del Infierno

Hier mussten ein paar Kakteen herhalten für’s Bild.

Teneriffa - Barranco del Infierno

Diese aneinander gereihten Kästen nahm ich mit 600mm Tele Brennweite auf. Keine Ahnung was die für eine Funktion haben.

Teneriffa - Barranco del Infierno

Hier noch ein kleiner Viadukt für die Wasserrinne.

Teneriffa - Barranco del Infierno

Und nochmals ein ganzer Kaktus ‚Baum‘.

Teneriffa - Barranco del Infierno

Als wir um 10 Uhr starteten war der Himmel tief Blau. Doch um 14 Uhr zogen die Wolken über die Bergspitzen. Wer gerne wandert sollte sich auf Teneriffa sowieso eher früh auf den Weg machen. Den am Nachmittag ziehen des Öftern mal die Wolken über die Täler. Auch wenn es selten regnen kommt, kann es ganz schön ungemütlich werden, wenn man den Weg vor lauter Wolken nicht mehr sehen kann.

Teneriffa - Barranco del Infierno

Unsere vierstündige Einsteigerwanderung zeigte am Abend noch ein paar Nebenwirkungen. Ich verspürte einen ziemlichen Muskelkater und hatte sogar einen starken Muskelkrampf. Auf Teneriffa gibt es einige anspruchsvolle Wanderungen welche für ungeübte Wanderer wie wir es sind, eher ungeeignet sind.

Insgesamt war es ein cooler Einstieg in unsere Teneriffa Kurzferien.

One thought on “Teneriffa – Barranco del Infierno

  1. Hallo Heinz, nach einem tödlichen Unfall durch Steinschlag wurde der Barranco 2009 geschlossen. Wenn man diesem Artikel glauben kann, soll er aber bald wieder eröffnet werden: http://www.wochenblatt.es/1000003/1000013/0/30329/article.html

    Ich selbst war jetzt dreimal dort und es ist immer wieder eine schöne Wanderung durch urwüchsige Natur. Mein Tipp: Bucht mal eine Wanderung mit Schiffstörn von Masca hinunter zum Meer. Diese Schlug ist ähnlich beeindruckend.

    Die Kästen auf Deinen Fotos scheinen Bienenstöcke zu sein. Der Honig schmeckt aufgrund der „anderen“ Vegetation auf Teneriffa ganz anders als bei uns in Deutschland.

    Bin gespannt auf die nächsten Fotos!

    Ciao, Ansgar

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