Schnappschüsse mit Lightroom aufgepept

Wer hat nicht schon mal beim Spaziergang ein paar Schnappschüsse mit dem Smartphone oder einer Digitalkamera gemacht.

Zuhause beim betrachten der Bilder wirken die Aufnahmen jedoch plötzlich nicht mehr so Stimmungsvoll, wie man es vor Ort wahrgenommen hatte. Doch in wenigen Minuten kann man den Spaziergang – Schnappschuss zu einem anschaulichen Bild aufpeppen.

Ein Beispiel Bild: (Was wurde hier alles verändert?)

Schnappschüsse mit Lightroom aufgepept

Für die meisten Hobby-Fotografinnen und Hobby-Fotografen reicht Adobe Lightroom (LR) als Bildbearbeitungsprogramm. Die Vollversion von Lightroom 5 kostet rund 130 CHF. Gleichzeitig kann man mit LR die Bilder importieren, verwalten und wieder exportieren. Mehr braucht es nicht.

Die Aufnahme

So sieht das unbearbeitete Bild aus. Aufgenommen habe ich es gestern mit der Olympus OM-D E-M5. Als Objektiv benutzte ich das Olympus M.Zuiko 17mm f1:1.8. Die Kamera stellte ich in den A (Aperture) Mode. So konnte ich die Blendenöffnung selber bestimmen. Die Kamera wählt automatisch die passende Belichtungszeit. Trotz der langen Belichtung von 1/20 Sek. wurde die Aufnahme ohne Stativ anständig scharf. Die Blendenöffnung stand bei f / 4.5 und ISO, wie fast immer, auf 200. Wegen dem Gegenlicht belichtete die Kamera das Bild etwas knapp.

Schnappschüsse mit Lightroom aufgepept

Die Bildbearbeitung

Viele Leute glauben, dass Bildbearbeitung extrem kompliziert ist und verwenden deshalb ihre Bilder so wie sie aus der Kamera kommen.
Dabei kann mit wenigen Handgriffen aus einem Schnappschuss z.B. ein schönes Hintergrundbild für den Computerbildschirm entstehen.

Der Bilderworkflow

In wenigen Schritten beschreibe ich was mit dem Foto alles passierte.

– Speicherkarte oder Kamera an den Computer anschliessen
– Bilder mit Adobe Lightroom auf den Computer kopieren (Wenn Lightroom richtig konfiguriert ist, öffnet sich das Importmenü automatisch)
– Nun sucht man ein Bild aus welches einem gut gefällt
– Jetzt wird das Bild ein bisschen aufgepeppt …
– Mittels einem fertigen Filter Namens „Fader Light“ bekommt das Bild auf den ersten Klick bereits ein ganz anderes Aussehen
>> Dieses Preset Set kann man im Internet herunter laden: Adobe Lightroom Presets Download
>> Solche Presets kann man auch selbst machen. Man stellt unter „Entwickeln“ das Foto so ein wie es einem am besten gefällt. Danach speichert man die Einstellungen einfach als eigenes Preset ab. Beim nächsten Foto klickt man auf das selbst angelegte Preset und schon wird es gleich bearbeitet wie das vorige Bild.
– Danach passte ich nur noch die Helligkeitsverteilung des Bildes direkt im Histogramm an
– Zudem erhielt mein Waldbild noch etwas mehr Schärfe
– Die Schärfe habe ich mit dem PlugIn „Google Nik Collection“ angepasst. Man kann die Schärfe jedoch auch in Lightroom anpassen
– Zuletzt wird das Bild via „Datei > Exportieren“ internettauglich aufbereitet. Dabei gibt man die Bildgrösse an (z.B. 1920×1080) und wie stark das Bild komprimiert und nachgeschärft werden soll. Denn für das Internet benötigt man keine 4 MB grossen Bilddatein. Adobe Lightroom erledigt das sehr zuverlässig.

Schnappschüsse mit Lightroom aufgepept

Was hat sich denn gegenüber dem Original Bild geändert?

Drei Merkmale haben sich markant verändert. Habt ihr die Veränderungen erkannt?

Einerseits wurde der Farbbereich stark verschoben. Durch die Mittagssonne wirkt das Original eher Blassgrün. Das Bild in Warmtöne umzuwandeln wäre unpassend. Für ein warm wirkendes Waldbild fotografiert man besser bei Abendsonne. Also bekommt das Foto ein kräftiges, dunkleres und eher Kalt wirkendes Moosgrün. Das passt gut zu dem kalten Wetter und der grell weiss leuchtenden Sonne.

Als zweites erhielt das Bild eine sogenannte Rand Vignetierung. Das Bild wird gegen Aussen massiv dunkler. Das verleiht der Aufnahme wesentlich mehr Tiefe als beim Original. So wandert der Blick des Betrachters zuerst in die Mitte des Bildes und dann in Richtung Sonne.

Und zuletzt wurde die Aufnahme noch kräftig nachgeschärft. Die kalte Lichtstimmung in Verbindung mit den grafisch aneinander gereihten Baumstämme vertragen eine kräftige Schärfe. Wäre die Aufnahme bei Abendlicht entstanden, hätte man die Blende mehr öffnen können. So hätte das Bild eine wesentlich geringere Tiefenschärfe und es müsste nicht so stärkt nachgeschärft werden.

Bildbearbeitung macht Spass und geht schnell

Die Bearbeitung der Aufnahme benötigte keine 3 Minuten und veränderte den Schnappschuss zu einer meiner Meinung nach gelungenen Aufnahme. Natürlich benötigt man am Anfang etwas Mahr Zeit bis man Adobe Lightroom etwas kennt. Mit etwas Übung geht das jedoch ganz flott und macht viel Spass.

Tipp

Vorsicht! Manchmal ist weniger mehr. Wenn man zu viel oder zu oft solche Effekt Filter anwendet oder zu stark an den Reglern rum schraubt können Bilder rasch kaputt bearbeitet werden.

 

 

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