Wir sind in der Vorbereitungsphase für unsere diesjährigen Sommerferien.

Eintrittsgebühr an Messen

So besuchten wir letztes Wochenende die FESPO (grösste Ferienmesse der Schweiz) in Zürich. Dass man an Verkaufsmessen Eintritt bezahlt, daran haben wir uns bereits gewöhnt. 14 CHF pro Person und 8 CHF für Parkhaus Gebühren. Selbst an regionalen Gewerbemessen hat es sich eingebürgert, dass man Eintritt bezahlen muss.
Bezahlen wir bald Eintrittsgeld, wenn wir im Coop oder in der Migros einkaufen gehen?

Beratungsgebühr im Reisebüro

Am Freitag wollten wir nun unsere Reisepläne konkretisieren und verschiedene Offerten einholen.
Beim Betreten des Hotelplan Reisebüros wurden wir von einem netten Herrn in Empfang genommen.
Berater: „Grüezi, sind sie schon Stammkunde bei Hotelplan?“.
Wir: „Stammkunden? Nein, aber wir haben auch schon bei Hotelplan gebucht.“
Berater: „Ich möchte Sie darauf aufmerksam machen, dass wir neu 100 CHF Beratungsgebühren erheben.“
Wir: „ähhh ….“
Berater: “ Die Gebühren werden natürlich beim Buchen vollumfänglich angerechnet.“
Wir: „OK, wir wünschen Ihnen noch einen schönen Tag“

Wir verliessen das Reisebüro und überlegten, ob wir noch in das KUONI Reisebüro gegenüber gehen sollen. Etwas verunsichert suchten wir am Schaufenster nach einen Hinweis über Beratungsgebühren ab. Weder bei Hotelplan noch bei KUONI fanden wir einen entsprechenden Hinweis. Also auf zu KUONI.

Bei KUONI lief es etwa gleich ab. KUONI verlangt eine Beratungsgebühr von 60 CHF. Da wir von einer Lernenden (AZUBI) bedient wurden, mussten wir jedoch keine Gebühren bezahlen. Die freundliche Frau verriet uns, dass bis aus wenige Reisebüros seit Anfang Januar alle Reisebüros ein Beratungshonorar verlangen.

Im Reisebüro beraten lassen und Online buchen

Die Begründung ist zumindest teilweise nachvollziehbar. Viele Kunden lassen sich im Reisebüro beraten und buchen danach über ein Online Reisebüro. Mit der gleichen Problematik kämpfen schon länger Fachgeschäfte. Man lässt sich in einem Fotofachgeschäft beraten und sucht sich im Internet den günstigsten Online Anbieter aus.

Ein Reisebüro bezahlt viel Miete und die Angestellten wollen, wie wir alle auch, einen anständigen Lohn verdienen. Das Selbe gilt auch für sonstige Fachgeschäfte.
Reine Online Anbieter haben eine sehr schlanke Infrastruktur, wenig Angestellte und evt. unsichere Flieger/Hotel Kontingente. Darum können solche Anbieter knapper kalkulieren und entsprechend günstigere Preise anbieten.

Wie viel ist eine persönliche Beratung Wert?

Diese Frage muss sich wohl jeder selber stellen. Wir sind gerne bereit für eine gute Dienstleistung etwas zu bezahlen.

Leider wurden wir schon ‚falsch‘ Beraten und die Reise entsprach nicht unserer Vorstellung. Bis jetzt wurden wir immer von der nächsten freien Person beraten. Da stellt sich die Frage ob eine Beraterin resp. ein Berater das gesamte Portfolio eines Reiseanbieters kennt? Wohl kaum.

So ist es in einem gewissen Masse auch Glückssache ob man eine kompetente Reiseberatung für die gewünschte Destination bekommt oder nicht. Da müssen sich die Reiseanbieter wohl was einfallen lassen.

Qualität

Schlussendlich sind viele Reisewillige bereit etwas mehr auszugeben wenn die Qualität stimmt. Wir genossen schon viele tolle Reisen die wir über ein Reisebüro buchten. Doch lief auch einiges schief bei Reisbüro Buchungen. Leider lag die Kulanz bei diesen Vorkommnissen praktisch bei Null.

Bei unseren Flitterwochen in Kanada gingen die Koffer nicht nur auf der Hinreise verloren sondern auch bei der Rückreise. Die versprochenen Mahlzeiten, welche im Flug inbegriffen sein sollten, mussten wir selber bezahlen und die Rückreise von Vancouver nach Zürich dauerte geschlagene 36 Stunden.
Das Reisebüro bedauerte die Umstände und wies jegliche Verantwortung von sich. Wir wurden mit einem 5 CHF ‚Deckeli‘ Wein entschädigt.

Dagegen hatten wir bei Online gebuchten Reisen bis jetzt noch nie eine Beanstandung.

Fazit

Wir werden unsere Ferien in der nächsten Zeit soweit möglich via Internet planen und buchen.

Die Reiseanbieter müssen die Lösung mit der Beratungsgebühr nochmals gründlich überdenken.
Einerseits sollten diese Pauschal – Beratungsgebühren am Eingang vom Reisebüro deklariert werden. Zudem sollten entsprechende Hinweise auf den Homepages platziert werden. Die Beratungsperson soll eine dem Reiseziel entsprechende Fachkompetenz ausweisen.
Wenn eine Reise trotz Beratung schief läuft, benötigt es eine angemessene Kulanz / Entschädigung.

Eine Alternative könnten z.B. Reiseberatungscoupons sein. Ich löse einen Beratungsgutschein mit welchem ich für eine definierte Reise (z.B. Sommerferien 2014) mich in mehreren Reisebüros beraten lassen kann. So wäre es möglich sich bei zwei oder drei Anbietern beraten zu lassen. Beim aktuellen System muss ich bis zu 300 CHF bezahlen um mein passendstes Angebot zu finden.

Tipp

Trotz der hier kritisierten Beratungsgebühr empfehle ich, nicht ausschließlich auf den Preis zu achten. Zu viele ‚billig‘ Angebote entpuppen sich als Kostenfalle oder Ferienvermieser.

Bei den wenigen Wochen Ferien die wir haben wollen wir diese schliesslich geniessen. Da lohnt es sich etwas mehr zu bezahlen. Die Zeit ist zu wertvoll um sich mit vermoderten Zimmern, kaputten Mietwagen oder stornierten Flügen herum zu schlagen.

Viel Vor-Freuden auf die nächsten Ferien.

One thought on “NEU: Beratungsgebühren im Reisebüro”

  1. Hoi Heinz
    wow, ist ja unglaublich. Dies wusste ich nicht und bin paff. Ich ärgere mich ja auch dass man Parkhäuser bezahlen muss wo man deftig einkauft. Ich finde sie sollten das System haben: wenn man nur gucken gehen, zahlen. Wenn man aber einkauft ab 20 CHF, dann sollte man an der Kasse ein Ausfahrticket erhalten. Der mit der Migros und COOP ist gut. Ev. darf man gratis ins Geschäft bei Einkauf ab 10 CHF 🙂

    Das ist der Grund weshalb wir alles selber planen und buchen. Auch unsere grosse Vietnamreise im Oktober/November. Das ging prima. Habe frühzeitig einen Reiseführer gelesen und Flug gebucht damit es so günstig als möglich ist. Wir empfanden es überhaupt nicht stressig. Wir hatten fast überall W Lan und konnten laufend Hotels und Inlandflüge via Laptop buchen.
    Apropos, beim Arzt bezahlt man ja auch pro 15 Min um den Arzt ein Problem zu schildern. Ev. verlässt man ja die Praxis mit den Worten vom Artz: ist nichts Schlimmes, geht von selbst vorbei:-)
    Wünsche euch aber viel Vorfreude beim planen 😉
    Liebe Grüsse Thee

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