Heute zeige ich ein paar Impressionen von unserer zwei wöchigen Zypern Reise.

 

Varosha, die Geisterstadt

Varosha ist seit 1974 von der Türkei besetzt und annektiert. Die ganze Stadt ist so belassen wie sie 1974 verlassen wurde. So stehen dort z.B. Neuwagen mit Jahrgang 1974 und 0 Kilometer auf dem Tacho.

Ich recherchierte viele Stunden im Internet ob offizielle Führungen durch die verlassene Stadt angeboten werden. Es war jedoch rasch klar, hier kommt praktisch keiner rein. Meine Idee, vor Ort nach einer Fotografentour durch Varosha fragen, zerschlug sich bereits am ersten Ferientag. Wir fuhren mit dem Auto auf den türkischen Teil Zyperns und besuchten Famagusta. Unzählige Schilder wiesen darauf hin, dass hier fotografieren verboten ist. Trotzdem zückte jeder sein Smartphone und machte ein paar Schnappschüsse.

Ich zückte meine Olympus OM-D E-M5 Mark II und begann zuerst dezent und dann immer offensiver zu fotografieren. Bis ein bewaffneter Soldat mit einem Wachhund aus dem Nirgendwo auftauchte und uns anschrie. Nebst dem er uns als Kriminelle beschimpfte forderte er, dass ich alle meine Bilder löschen muss. Ganz kampflos gab ich die Bilder nicht her. Ich löschte ein Bild um das andere und hielt im jedes Mal die Kamera vors Gesicht. Nach drei Bildern meinte er wir sollen gehen und einfach alle Bilder löschen. Die Bilder auf der Olympus OM-D E-M5 von meiner Frau interessierten ihn nicht.

Zypern 2015
Famagusta – Varosha, die Geisterstadt – Zypern 2015

 

Nach diesem Vorfall waren wir ziemlich schockiert und mieden möglichst Zonen mit Fotografier-Verbotstafeln. Und solche Verbotstafeln findet man im gesamten Grenzgebiet und um alle militärische Anlagen, wovon es unzählige gibt.

St. Nicholas Cathedral

Die St. Nicholas Cathedral (auch Lala-Mustafa Moschee genannt) in Famagusta hingegen durfte man fotografieren. Ein sehr schönes Bauwerk. Wir mieden jedoch den Besuch von Griechisch-Orthodoxen Kirchen wie auch Türkische Moscheen weitestgehend. Bei den Orthodoxen Kirchen muss man sich passend kleiden und viele Kirchen durften Frauen grundsätzlich nicht betreten. Auf türkischer Seite weiss ich gar nicht wie die Regeln sind. Aber mich beeindrucken solche Bauten immer wieder. Heutzutage ist man gar nicht mehr in der Lage solche pompösen Gebäude zu bauen.

Zypern 2015
St. Nicholas Cathedral / Lala-Mustafa Moschee – Zypern 2015

 

Türkisches Zypern – Kantara Gebiet

Der Weg zu den Grenzen ist beidseitig nicht angeschrieben. Es entsteht der Eindruck, man möchte den Austausch zwischen den beiden Seiten nicht fördern. Das Prozedere beim Grenzübertritt bekräftigt das zusätzlich. Extra Autoversicherung für türkische Seite lösen (20 Euro für 2 Tage), Formular mit Registrierung ausfüllen, zwei Mal den Pass zeigen und man muss am gleichen Tag wieder zurück in den Teil wo man her kam. Vor einigen Jahren war ein Grenzübertritt für Touristen gar nicht möglich.

Wenn man schon auf Zypern Ferien macht lohnt sich das Prozedere aber durchaus. Einerseits wegen der tollen Landschaften und Strände auf dem Nördlichen Teil Zyperns und anderseits ist es spannend die ziemlich unterschiedliche Mentalität der Bevölkerung zu spüren.

Hier der Blick aus rund 500M.ü.Meer – In der Region von Kantara

Zypern 2015
Region Kantara – Türkisches Zypern 2015

 

Vom Kantara Castle geniesst man einen fantastischen Rundblick. Beim folgenden Bild schweift der Blick in Richtung Nordosten über die Karlas Halbinseln.

Die Insel mit 320 Tagen Sonnenschein. Sobald es in höhere Regionen geht wird es sehr Grün. Das gesamte Flachland auf griechischer wie auch türkischer Seite ist jedoch eher Karg und entsprechend Braun.

Zypern 2015
Blick von der Burg Kantara über die Karlas Halbinsel – Zypern 2015

 

Kantara Castle

Trotz gleissender Mittagssonne liessen wir es uns nicht entgehen schossen das eine oder andere Bild vom Castle und von der Umgebung.

Zypern 2015
Ich auf den Mauern des Kantara Castle – Zypern 2015

 

Schmutzige Strände

Wenn wir schon auf der türkischen Seite waren wollten wir natürlich auch einen Abstecher ans Meer machen. Da trifft man dann auch solche Bilder an wie man es nirgends gerne sieht. Schwemmgut vom Meer (hauptsächlich Plastik) und allerlei Abfall der hier einfach entsorgt wurde. Solche Schutthalden findet man auf ganz Zypern im innern des Landes wie auch am Meer.

Zypern 2015
Irgendwo am Meer zwischen Davos und Eptakomi – Zypern 2015

 

Schöne Strände

Am genau gleichen Standort, einfach auf die andere Seite gedreht, sieht es dann so aus. Wunderschöne Buchten aus einem Mix von Sand und Gestein. So sehen viele Strände abseits der Touristenstrände aus.

Zypern 2015
Unberührte Strände abseits der Touristen – Zypern 2015

 

1km abseits vom Zentrum von Aya Napa

Im vor genau 11 Jahren machten wir bereits eine Woche Ferien auf Zypern. Damals logierten wir im Hotel Sun Garden in Ayia Napa. Dieses Mal logierten wir im Grecian Sands Hotel, gleich neben dem Sun Garden mit seitlichem Meerblick. Da wir zuoberst im 4ten Stock ‚wohnten‘ gab es einen tollen Blick bis zum Cape Greco wo früh am Morgen die Sonne aufging. Die Aufnahme entstand etwa um 5:30 Uhr.

Zypern 2015
Blick über das Sun Garden Hotel zum Cape Greko – Zypern 2015

 

Zwischenhalt für Zugvögel

Die drittgrösste Mittelmeer Insel Zypern beherbergt einige grosse Salzseen. Diese werden rege von Zugvögeln zum Zwischenstopp genutzt. Nur wussten die Zugvögel anscheinend nicht, dass wir Anfang Mai hier Ferien machen. Denn es gab nur wenige Vögel zu sehen. Nur einmal sahen wir einige Dutzend Pelikane. Oder vielleicht war einfach gerade keine Saison für Zugvögel.

Zypern 2015
Im Salzwasser See bei der Gala Sultan Tekke, gleich beim Larnaka Airport – Zypern 2015

 

Grosse, bedrohliche Vögel

Nach dem Vorfall bei Varosha getraute ich mich fast nicht mehr die überfliegenden Militärflugobjekte zu fotografieren. Fast nicht mehr. 🙂
Dieser Riesenvogel flog im 15 Minuten Takt seine Runden und warf jeweils dutzende von Fallschirmspringer aus dem Heck.

Zypern 2015
Militärtransporter beim Flughafen Larnaka – Zypern 2015

 

Lärmende Vögel

Hier noch ein ‚harmlose‘ Variante eines Militär Helikopters. Was wir sonst noch so in der Luft entdeckten erinnerte mich irgendwie an den Film Platoon.

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Militär Helikopter – Zypern 2015

 

Troodos Gebirge

Zypern ist eindeutig eine klassische Badeinsel. Ein oder zwei Wochen Urlaub, Flughafen – Hotel – Meer – Ayia Napa – Hotel – Meer usw. Wer aber ein wenig von der Insel sehen möchte kommt nicht um das Troodos Gebirge herum. Hier kann man sich auf unzähligen Wanderwegen austoben. Hier befanden wir uns im Macheras Forest der am Rande des Troodos Gebirges liegt.

Wir genossen einfach die Ruhe und die schöne Aussicht. Für ultimative Landschaftsfotografen gibt es jedoch wenig spektakuläres. Ich wusste bereits im Vorfeld, dass es auf Zypern nur ganz wenige top Fotospots gibt da ich vor der Reise fleissig nach solchen Hot Spots googelte. Trotzdem lohnt es sich, wenn man schon auf der Insel ist, einen Abstecher zum Troodos Gebirge zu machen.

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Blick über das Troodos Gebirge – Zypern 2015

 

Fotomotive

Wenn man keine spektakulären Landschaftsmotive findet muss man sich halt mehr auf die Details konzentrieren. So beschäftigte ich mich locker eine Stunde nur mit diesem morschen Baum. An dieser Stellen vielen lieben Dank an meinen Schatz für ihre Geduld während ich mich ausgiebig mit einem Baum beschäftige. 🙂

Zypern 2015
Morscher Baum in der Region vom Machers Forest – Zypern 2015

 

Sonnenuntergang – Hala Sultan See

Wenn auf Zypern es etwas im Überfluss gibt, dann sind es Sonnen Auf- und Untergänge. Dank dem ganzjährig schönen Wetter gibt es viele Gelegenheiten um die ‚Goldene‘ Stunde festzuhalten. Auf dem Rückweg reichte es gerade noch für einen Abstecher zum Hala Sultan See. Als ich die Bilder am Computer betrachtete dachte ich zuerst dass das Bild total verrauscht sei. Erst auf den zweiten Blick stellte ich fest, dass dies Millionen von Mücken sind. Echt nicht übertrieben. Aber was macht man nicht alles für ein Sunset Foto? 🙂

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Sonnenuntergang am Hala Sultan See – Zypern 2015

 

Die geteilte Stadt – Nikosia

Die Geschichte von Zypern ist ebenso abwechslungsreich wie auch tragisch. Da ich in Geschichte eine Pfeife bin verzichte ich hier auf den Versuch dies korrekt zusammen zu fassen. Wer sich dafür interessiert findet im Internet viele spannende Berichte. So besuchten wir nach 11 Jahren noch einmal die geteilte Stadt Nikosia. Mitten durch die Stadt führt eine Mauer welche den Türkischen und Griechischen Teil trennt. Doch seit ein paar Jahren gibt es hier den fünften Grenzübergang. Diesen kann man im Gegensatz zu den anderen vier Grenzen nicht mit dem Auto queren. Doch immerhin darf man nun auch als Tourist auf die andere Seite gehen. Als ich die Mauer betrachtete kamen mir spontan zwei andere Länder in den Sinn…

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Nikosia – Die geteilte Stadt – Zypern 2015

 

Wir spazierten nur knapp eine Stunde durch den Altstadtteil von Nikosia durch. Irgendwie konnte uns die Stadt nicht wirklich faszinieren. Ein grosser Teil der Altstadt besteht aus Restaurants und Souvenirläden. Abseits vom Mainstream wird es dann leer und teilweise sind die Gassen ziemlich ausgestorben. Natürlich ist Nikosia eine riesige Stadt und ausserhalb des Stadtzentrums geht ganz schön die Post ab. Doch für Touristen gibt es ausser geschichtlichem nur wenig zu sehen.

Zypern 2015
Alt und wie ausgestorben – Nikosia – Zypern 2015

 

Kalidonia Waterfalls

Zum Schluss meines ersten Teils der Zypern Reise noch ein Bild vom Kalidonia Wasserfall. Ein schönes Ausflugsziel im Troodos Gebirge. Je nach Route erreicht man den Wasserfall nach etwa 30 Minuten Fussmarsch.

Wenn nicht gerade mit Selfiestick bestückte russische Touristen im Blickfeld des Motivs stehen kann man hier in aller Ruhe ein paar schöne Bilder machen.

Zypern 2015
Kalidonia Waterfalls – Zypern 2015

 

Teil 2 folgt

Dies ist eine kleine Auswahl aus über 4’000 aufgenommen Bildern von unserer Zypern Reise. Es ist einfach eine spontane Selektion von verschiedenen Bildern, in chronologischer Folge zu unserer Reise. Ich hoffe schwer, dass ich mindestens noch einen zweiten Teil schaffe um über den Verkehr, den 360 Grad Regenbogen, Windkraftanlagen und vieles mehr berichten zu können.

2 thoughts on “Ferien auf Zypern – Ein paar Impressionen”

  1. Interessanter Bericht, allerings hätte Zypern dann doch einiges mehr zu bieten, als es hier den Eindruck macht. Dazu müsste man sich aber auch abseits der klassischen Touristenrouten bewegen. Es zeugt übrigens nicht von Respekt (den man als Tourist einem Land eigentlich immer entgegenbringen sollte), sich über alle Regeln hinwegzusetzen.
    Michaela

    1. Hallo Michaela, vielen Dank für Dein Feedback. Ja, wir waren in den zwei Wochen auch abseits der Touristenrouten unterwegs und haben so einiges gesehen. Wenn Du noch Links kennst die auf nicht Touristische Destinationen verweisen darfst Du die hier gerne teilen.Das ist immer interessant.
      Und ja, wer sich in einem fremden Land über alle Regeln hinwegsetzt der hat wirklich keinen Respekt. Da kann ich nur zustimmen.
      Grüsse Heinz

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